Ethernet in der Automobilindustrie

Die Marktdurchdringung von Industrial Ethernet hängt entscheidend von der Automobilindustrie ab. Diese ist die größte Industrie in Deutschland. Ihr Umsatz betrug 2007 363 Mrd. € und ihr Anteil am gesamten Industrieumsatz 20,8%.

Gleichzeitig ist sie für den Maschinenbau der zweitgrößte Absatzmarkt. Der größte Absatzmarkt für den Maschinenbau ist übrigens der Maschinenbau selbst. Eine Untersuchung von fünf der sechs großen Automobilkonzerne erfasst das Echo auf Industrial Ethernet.

AIDA legt sich auf ProfiNet fest

Automobilherstellung

1. März 2010 - Im Jahr 2005 hat die Automatisierungs-initiative der deutschen Automobilhersteller, AIDA, die Einführung von ProfiNet in der safety-integrated Version „von der Steuerung bis zum Sensor“ bei allen deutschen Autobauern beschlossen.

 

Dessen Einführung erfolgt nun schrittweise in Verbindung mit neuen Fahrzeugmodellen oder entlang von Produktionsstufen.

Die Erwartungen an ProfiNet

Ein Automobilbauer erläutert die Erwartungen, die sich mit der Entscheidung für ProfiNet verbinden:

  • „Ausschlaggebend waren 3 Hauptvorteile für die Ethernet-Entscheidung. 1. die vertikale Durchgängigkeit bis zur übergeordneten MES-Ebene, 2. erhofft man sich, dass man die unterschiedlichen Verkabelungssysteme weg bekommt und nur noch eine Verkabelung für Sicherheit, I/O und Datenkabel braucht und 3. erwartet man sich mittelfristig ein Kosteneinsparpotenzial. Denn wenn der Hersteller dann nur noch 1 Schnittstelle hat, muss er auch weniger in die Entwicklung von Engineeringtools etc. stecken. Davon will man als Endkunde profitieren. An mittelfristigen Einsparungen vom Hersteller erhofft man sich Einsparungen von 4 % bezogen auf die Gesamtinvestition der Elektrik.“

Zwiespältige Aspekte zu ProfiNet

Gegentendenzen wollen an Profibus aus technischen und wirtschaftlichen Gründen zunächst festhalten.

  • „Zwar hat man sich dafür entschieden, aber man braucht es nicht unbedingt. Der Grund für die Entscheidung war die Sorge, dass über den Lebenszyklus einer heute angeschafften Anlage Profibus nicht mehr verfügbar sein könnte. Denn die Anlagenlaufzeiten für die Endmontage liegen zwischen 10 bis 15 Jahren. Der Eingang vom Initiator sei nicht wirklich besser bei Profinet als es bei Profibus war, die Tools auslesen konnte man bei Profibus ebenso schon, die Bedenken liegen darin, dass Fehlersuche immer komplizierter wird... Zwar sei die einfachere Montage und Inbetriebnahme tatsächlich gegeben, aber bei einer Maschinenlaufzeit von 10 bis 15 Jahren könne man ein paar Installationstage mehr vernachlässigen. Besondere Kritik besteht an dem Preis/Leistungsverhältnis. Denn dass es billiger würde mit Profinet, das stimme absolut nicht. Denn jetzt brauche man Switches anders als früher bei Profibus. 800 Euro für einen Switch summieren sich auf die Gesamtankopplung für 30-40 Anlagenteile x 2-3 Switches dann leicht auf Zusatzkosten von 60.000 bis 80.000 Euro. Dies sind Kosten, die vorher nicht auftraten und außerdem seien die Komponenten auch nicht billiger geworden.“ (Automobilbauer)

Auch andere Ethernet-Feldbusse im Einsatz

Auch andere Ethernet-Feldbusse wie EtherCAT (für Prüfstände) oder Ethernet IP kommen zum Einsatz.

Anwendungen im Detail noch strittig

Es treten eine Reihe von spezifischen Trends mit unterschiedlichen, teilweise gegensätzlichen Ausprägungen auf zu

  • Power-over-Ethernet
  • Wireless
  • schleppkettentaugliche Ethernetkabel
  • Netztopologien
  • Einbindung des Internets zu Wartungszwecken.

 

Weitere Details, wie Ethernet in der Automobilindustrie genutzt wird und welches Marktvolumen dabei auftritt, enthält die Untersuchung von Quest TechnoMarketing „Ethernet 2008 – 2011“.

 

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