AutomobilindustrieInternationalisierung > Internationalisierung der Produktion durch die Automobilhersteller

Weltweite Produktionsanteile der Automobilhersteller 2000 - 2014

Neue Tendenzen bei den Autoherstellern, die Produktion zu internationalisieren

Weltkarte mit den zehn größten Automobilländern.

19. Oktober 2015 - Wie die weltweit zehn größten Autohersteller ihre Produktion internationlisiert haben, tritt im Vergleich der letzten vierzehn Jahre von 2000 und 2014 klar und deutlich hervor.1


Diese Internationalisierung der Produktion hat inzwischen einen Stand erreicht, dass die Hälfte der zehn größten Autohersteller in einem anderen Land mehr produziert als im Stammland.
 

  • VW, auf Rang 2, produziert in China mehr Wagen (36%) als in Deutschland (26%)
  • GM, Rang 3, stellt in China deutlich mehr Wagen (37%) her als in den USA (22%)
  • Nissan, die Nummer 6, produziert in China mehr als im Stammland Japan  
  • Honda, auf Rang 6, lässt in den USA mehr fertigen als in Japan 
  • Suzuki, Platz 9, stellt in Indien mehr Wagen (42%) her als in Japan (35%).  

 

Eine weitere Tendenz ist die gegenseitige Durchdringung der Märkte. GM produziert in China mehr Autos als in den USA selbst, aber gleichzeitig sind die USA für Honda noch vor Japan der wichtigste Produktionsstandort geworden.

Toyota – stark in Ländern außerhalb der zehn größten, in China schwach

Im Mutterland Japan sank der Anteil der Toyota-Produktion von 70% auf 40%. Die Internationalisierung von Toyota zeigt sich vor allem im Produktionsanteil anderer Länder, der sich von 14% auf 29% verdoppelte.


Innerhalb dieser andere Länder, die nicht zu den größten zehn Autoländern gehören, haben die größten Produktionsanteile Indonesien (7%), Thailand (7%), Malaysia (3%) und Frankreich (2%).

 

Der Produktionsanteil in China bleibt mit 9% relativ niedrig wegen der politischen Spannungen zwischen beiden Ländern.

Weltweite Produktionsanteile von Toyota von 2000 bis 2014.

VW produziert mehr Autos in China als in Deutschland

VW startete in China sehr früh mit einem Produktionsanteil von 6,2% – und lag damit so hoch wie kein anderer der zehn Autohersteller. Vierzehn Jahre später hat sich dieser Produktionsanteil auf 36% versechsfacht und liegt jetzt über dem von Deutschland.


Auch im Hinblick auf sinkende Produktionsanteile in Brasilien, Mexiko und Spanien ist China für VW der wichtigste Markt geworden.

Weltweite Produktionsanteile von VW von 2000 bis 2014.

GM - nur mehr ein Fünftel der Wagen kommt aus den USA

General Motors produziert im Jahr 2000 noch über die Hälfte seiner Automobile in den USA und in China kein einziges Auto.


Vierzehn Jahre später rollen in China mehr Wagen vom Band als in den USA. GM zeigt eine weltweit forcierte Internationalisierung. Davon bilden nur Deutschland und Spanien mit rückläufigen Produktionsanteilen eine Ausnahme.

Weltweite Produktionsanteile von GM von 2000 bis 2014.

Hyundai – Internationalisierung in Jahr 2000 noch bei Null

Hyundai produzierte 2000 noch alle Autos in Südkorea. 2014 ist dieser Anteil von 100% auf 45% abgesackt, der Hauptteil der Produktionsstätten ist internationalisiert worden mit China an der Spitze.

Weltweite Produktionsanteile von Hyundai von 2000 bis 2014.

Ford – umfassende Internationalisierung

Auch Ford trieb die Internationalisierung seiner Produktion voran. In den zehn größten Automobilländer konnten die Produktionsanteile gesteigert werden, Ausnahmen bilden nur Spanien und natürlich die USA, deren Anteil von 52% auf 39% schrumpfte. China ist auch für Ford der wichtigste internationale Markt geworden.


Unter „Andere“ halten die größten Produktionsanteile die Türkei (4%), Thailand (3%) und Argentinien (2%).

Weltweite Produktionsanteile von Ford von 2000 bis 2014.

Nissan – forcierte Internationalisierung, jetzt mehr Wagen in China als in Japan

Über die Hälfte seiner Automobile produzierte Nissan im Jahr 2000 noch in Japan. Vierzehn Jahre später sind es nur noch ein Sechstel und China ist mit einem Anteil von fast einem Viertel zum wichtigsten Markt noch vor Japan geworden.  


Zu „Andere“ gehören vor allem Großbritannien und Russland.

Weltweite Produktionsanteile von Nissan von 2000 bis 2014.

Fiat Chrysler – Internationalisierung mit Schwerpunkten

Vor seinem Zusammenschluss mit Chrysler produzierte Fiat zu 78% in „andere Länder“. Das betraf vor allem Italien (60%), Polen (11%) und die Türkei (4%). Der Produktionsanteil von Italien fiel bis 2014 auf 12%.


„Andere Länder“ umfassen außer Italien vor allem Polen (5%) und Serbien (2%).


Der Zusammenschluss mit Chrysler führte zu einem Produktionsanteil von 35% in den USA. In China liegt der Produktionsanteil mit 3% von allen zehn führenden Autoherstellern am niedrigsten.


Zwei weitere Schwerpunkte der Internationalisierung der Produktion liegen in Mexiko und Kanada.

Weltweite Produktionsanteile von Fiat Chrysler von 2000 bis 2014.
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Honda – USA wurde wichtigster Produktionsstandort

Auch Honda produzierte noch im Jahr 2000 die Hälfte seiner Automobile in Japan. Seitdem ist der Produktionsanteil im Mutterland auf ein Fünftel gerutscht. Die USA wurden zum wichtigsten Produktionsstandort, China zum zweitwichtigsten Auslandsmarkt.


Unter „Andere“ dominieren Indonesien und Thailand.

Weltweite Produktionsanteile von Honda von 2000 bis 2014.

Suzuki – Indien als wichtigster Produktionsstandort

Suzuki produzierte mit einem Anteil von 42% in Indien mehr Fahrzeuge als im Stammland Japan (35%). Auch China wurde ein wichtiger Produktionsstandort.


„Andere Länder“ betreffen vor allem Indonesien und Ungarn.

Weltweite Produktionsanteile von Suzuki von 2000 bis 2014.

PSA – Internationalisierung in China und in weniger große Automobilländer

PSA, das Peugeot und Citroen umfasst, internationalisierte seine Produktion nach China und Brasilien.


"Andere" betreffen vor allem Frankreich (33%), Slowakische Republik (9%) und Tschechien (4%).

Weltweite Produktionsanteile von PSA von 2000 bis 2014.

1 Kurz zur Methodik der folgenden Diagramme: Gibt es keine Produktion in einem der zehn größten Automobilländer, so sind die betreffenden Länder unter "Andere" subsummiert. Alle Produktionsanteile zusammengenommen ergeben 100% der Produktion des betreffenden Herstellers.

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