Industrie 4.0Feedback zu Industrie 4.0 > Automatisierung und Industrie 4.0 im Maschinenbau 2015

Zur SPS IPC Drives Messe in Nürnberg im November 2015

Feedback der Maschinenbauer zu Automatisierung und Industrie 4.0

Das Quest Trend Magazin bat Entscheider zur Automatisierungstechnik im deutschen Maschinenbau um ihr Feedback zu Automatisierungslösungen, die Vorteile für ihre Anwendungen bringen. Und was sie zum Thema Industrie 4.0 von der Messe mitnehmen konnten.


Hartmut Davidson, Head of Drive Technology, Corporate Research and Development bei Krones AG, Neutraubling

„Für meinen Verantwortungsbereich ist die Messe ideal. Denn sie dreht sich zu 90% um die Antriebstechnik.

Foto von Hartmut Davidson, Krones AG.
Hartmut Davidson

Unsere sehr vielen und guten Kontakte habe ich 2015 für zwei Schwerpunkte genutzt: Servotechnologie und Langstator Motor.


Bei der Servotechnik interessieren mich neue Motoren, höhere Leistungsdichte, Torquemotoren, hochdynamische Antriebe und die höchsten Effizienzklassen – kurzum die gesamte Palette. Denn der Servoantrieb ist bei Krones schon seit längerem auf dem Vormarsch und ersetzt kontinuierlich Nicht-Servoantriebe.


Der Langstator Motor, z.B. von Beckhoff als XTS-System herausgebracht, war für mich von großem Interesse, denn er ermöglicht eine absolut universelle Handhabung und ersetzt andere zeitaufwändige mechanische Konstruktionen. Für die Anwendungsgebiete haben wir schon jetzt zahlreiche Ideen.


Das Thema Industrie 4.0 ist bei Krones als IT-Thema hoch aufgehängt. Für mich heißt das in Bezug auf Antriebstechnik, aus den Motoren Daten zu Drehzahlen, Temperaturen, Lebenszyklus u.a. herauszuholen. Der Motor wird somit zum Datensatz-Lieferanten. Um dies zu erreichen braucht es neuartige Geber mit entsprechenden Schnittstellen.“

Fritz Klenk, Director Electrical Engineering and Robotics bei FIBRO LÄPPLE TECHOLOGY GmbH, Hassmersheim

Foto von Fritz Klenk, Fibro-Läpple.
Fritz Klenk

„Ich habe auf der Messe einen Sensor gefunden, der mir von der Funktionalität noch nicht bekannt war. Es handelt sich um einen speziellen Abstandssensor, den ich von der Optik und Winkelmessung so noch nicht kannte.


Damit können wir die Taktzeiten des Roboters bei der Entnahme oder Bestückung von Bauteilen in Gestellen reduzieren, wenn es z.B. um die Motorhauben oder Türentnahmen beim Kunden der Automobilindustrie geht oder wir können vielleicht auch Equipment einsparen, wenn es unsere eigenen Anlagen betrifft.  


Industrie 4.0 ist in aller Munde, Siemens hat auf seinem Stand eine Grafik gezeigt, dass die Mechanik immer mehr durch Software abgelöst werden wird. Aber wir realisieren Industrie 4.0 eigentlich bereits seit vielen Jahren, für uns ist das nichts Neues.


So haben wir z.B. bereits vor 15 Jahren einen kollaborierenden Roboter eingesetzt, der Sensor-geführt war. Auch für  die LKW-Produktion haben wir nach dem  Stückzahl-Eins–Prinzip die Fahrerhausfertigung bei MAN in Steyr realisiert.“

Andreas Kist, R&D Manager Automation, BREYER GmbH Maschinenfabrik, Singen

Foto Andreas Kist, Breyer Maschinenfabrik
Andreas Kist

„Die Komponenten, die wir dieses Jahr auf der SPS-Messe in Nürnberg gefunden haben, zielen größtenteils auf Verbesserungen im Detail unserer Anlagen hin.


In der Sensortechnik waren es z.B. neue berührungslose Durchflußmessungen für Flüssigkeiten. Diese ermöglichen erstmalig auch im bezahlbaren Bereich neue Wege zu gehen. Neben kompakterem Aufbau sind die Vorteile hauptsächlich in der höheren Anlagenverfügbarkeit und in der Reduzierung der Wartung zu sehen.


Ein großes Thema für uns waren kompakt bauende energiesparende mechatronische Antriebssysteme für ein breites Anwendungsspektrum in unseren Maschinen. Hier tut sich einiges am Markt, was zukünftig neue Lösungen in der Maschinenkonstruktion aber auch in der Energieoptimierung bringen wird.


Zudem haben wir uns in Sachen Schaltschrankklimatisierung umgeschaut und einige innovative Lösungen gefunden. Gerade bei hohen Verlustleistungen im Schaltschrank kann hier durch richtig eingesetzte Komponenten eine Menge Geld gespart werden.


Zu Industrie 4.0 tun sich Komponentenhersteller und Maschinenbauer gleichermaßen schwer, das Thema überzeugend zu präsentieren. Einige Firmen interpretiert Industrie 4.0 für ihren internen Ablauf, andere für Prozesse beim Kunden. Aber so richtig greifen kann man dieses komplexe Thema meiner Meinung nach noch nicht. Bisher lag der Fokus auf Datenbereitstellung aller Art, jetzt hat man die Daten, weiß aber nicht so richtig, was mit diesen Daten anzustellen ist.


So ist Industrie 4.0 aktuell ein schöner Begriff und sicherlich auch der wichtigste Zukunftstrend, aber unterm Strich muss so eine Technologie auch bezahlbar sein, denn am Schluss muss eine Maschine profitabel arbeiten."

Manfred Bauch, Senior-Manager Automation-Elektrik bei Grenzebach GmbH in Asbach-Bäumenheim

Foto Manfred Bauch, Grenzebach GmbH
Manfred Bauch

„Die Messe in Nürnberg liegt quasi vor unserer Haustür, deshalb ist die intensive Nutzung für unsere Mannschaft nahezu Pflicht.


In erster Linie nutze ich sie, um die verschiedenen Bereiche unserer Lieferanten, wie Key-Account, Entwickler und andere Techniker an einem Ort zu haben und zu besprechen, wie bestehende Probleme gelöst werden können oder was zukünftig geplant ist. Mir Neuigkeiten anzusehen, dazu reichte die Zeit nicht aus.


Industrie 4.0 könnte demnächst zum Unwort des Jahres gekürt werden, denn fast jedes Kabel, jeder Stecker wurde als Industrie 4.0 angepriesen. Industrie 4.0 hat sich ja auf die Fahne geschrieben, die Produktion flexibel und effektiv zu machen. Genau so wurde bereits vor 30 bis 35 Jahren argumentiert, als die freiprogrammierbare Steuerung auf den Markt kam. Das ist also alter Wein in neue Fässer gefüllt.


Natürlich befassen auch wir uns mit dem Thema und sorgen dafür, in unseren Anlagen umfangreich Daten zu sammeln.


Die Herausforderung von Industrie 4.0 ist die Analyse-Software, mit der die Daten für eine Produktionsoptimierung genutzt werden. Heute ist das Know-how oft nur in den Köpfen von wenigen Leuten.


Ein Beispiel aus der Praxis: Ich besichtige eine Anlage und sehe, es werden nacheinander Platten weggeschmissen, weil sie die Qualität nicht erfüllen. Der Produktions-Verantwortliche steht ganz relaxed daneben. Er erklärte mir, dass gerade die Lüftung gereinigt wurde und deshalb für die nächste ½ Stunde nicht die gewohnte Qualität zu erreichen ist. Diese zusätzlichen Daten/Informationen zu erfassen, ist ein wichtiger Schritt, um später die Analyse entsprechend korrekt gestalten zu können.“

Bernd Plies, Leiter Elektro- und Automatisierungstechnik, WINKLER und DÜNNEBIER Süßwarenmaschinen GmbH, Rengsdorf

Foto Bernd Plies, Winkler und Dünnebier GmbH
Bernd Plies

„Die Messe ist für mich wichtig, um neue Produkte und Trends zu sehen, sie wird aber auch intensiv zur Netzwerkpflege genutzt.


Gerade zum Thema Sercos III habe ich in der Tat neue Schnittstellen und E/A Module gefunden, die uns weiterhelfen werden.


Dagegen hat mich Industrie 4.0 kaum interessiert, weil der Begriff mittlerweile für fast alle Trends gebraucht wird.


Wir liefern bereits heute Industrie 4.0 taugliche Maschinen, wenn man von höheren Datenverbreitungen und offenen Schnittstellen für übergreifend Datenverbindungen spricht. Dabei spielt auch die Individualisierung der Produkte für uns eine zunehmend größere Rolle, auch wenn wir noch nicht von ‚Losgröße 1‘ sprechen wollen. Das äußert sich aber schon in Anforderungen an kleinere und schnell wechselnde Chargen. Dafür müssen wir auch mit unseren Maschinen und Anlagensteuerung gewappnet sein.“

Peter Weil, Elektrokonstruktion & Entwicklung, Weber Maschinenbau GmbH, Breidenbach

Foto Peter Weil Weber Maschinenbau GmbH.
Peter Weil

„Ich habe auf der Messe vor allem nach Hardware-Komponenten gesucht, Industrie 4.0 war nicht mein Thema.


Im Bereich der Frequenzumrichter habe ich ein neues Modell gefunden, einen Umrichter, mit dem wir in diesem Jahr bereits einen ersten Test fahren werden. Es ist ein neuer FU der Lenze-Standardbaureihe, sehr kompakt mit E/A und CANbus.


Mit diesem Modell können wir kleine Anlagenmodule fahren. Das war ein Highlight für uns, denn wir haben sehr begrenzten Platz im Schaltschrank und hier in Platz zu investieren, kostet viel Geld. Auch für den Kunden ist es von Vorteil, wenn unsere Maschinen kompakt gebaut sind.“

Werner Faulhaber, Head of R&D Electrical Engineering, ARBURG GmbH + Co. KG, Loßburg

"Die SPS/IPC/DRIVES ist für mich die wichtigste Fachmesse für Antriebstechnik, Steuerungen sowie elektrische Automatisierungstechnik in Deutschland.

Foto Werner Faulhaber, Arburg GmbH + Co. KG.
Werner Faulhaber

Sie hat mittlerweile Dimensionen erreicht, die es notwendig machen, die Messe mit einem ganzen Team zu besuchen, um  neue Lösungen zu suchen. Wir haben in viele Bereichen Neuerungen gefunden, angefangen von der Antriebstechnik, Sensorik, über Bussysteme und Anschlusstechnik bis zum Thema Safety.


Darüber hinaus war ich Teilnehmer der Podiumsdiskussion des VDMA zum Thema „Engineering-Standards für den Maschinenbau auf dem Weg zu Industrie 4.0“. Hier zeigte sich, dass Industrie 4.0 nicht nur ein theoretisches Thema ist, sondern inzwischen auch „gelebt“ wird.


Diskutiert wurde die Standardisierung der Engineeringdaten zwischen Mechanik, Elektrotechnik und Software. Das im Entwurf befindliche VDMA-Einheitsblatt 66415 "Engineering - Universelles Datenformat" hat das Ziel, den Austausch der notwendigen Anwender-Projektierungsdaten zwischen den Gewerken Mechanik-Elektrik-Software im Maschinenbau zu erreichen. Das Format soll durchgängig nutzbar sein, sowohl vom erfahrenen Praktiker auf der Baustelle als auch vom professionellen Konstrukteur mit seinen Softwaretools, und auch strukturbeschreibenden Standards wie AutomationML und konsensualen Semantiken wie ecl@ss beinhalten.


ARBURG war auf dem Messestand der VARAN-BUS Nutzerorganisation vertreten und hat dort den freeformer, sein industrielles System für die additive Fertigung, präsentiert. Mit dem freeformer lassen sich Funktionsbauteile aus qualifizierten Standardkunststoffgranulaten herstellen, ohne Werkzeug auf Basis von CAD-Daten. Darüber hinaus bietet er die Möglichkeit, Großserienteile in Losgröße 1 zu individualisieren: durch Verketten von Spritzgießen und additiver Fertigung mit Industrie 4.0-Technologien."

Oliver Vollmar, Konstrukteur und Standardisierung bei Strama-MPS Maschinenbau GmbH & Co.KG, Straubing

„Ich habe zwei Tage der Messe für die Ausschau nach Neuigkeiten genutzt:


Bei Bosch habe ich große Umrichter im MW-Bereich entdeckt, die man mit  den Motoren aus einer Hand beziehen kann. Die Regler bieten eine große Dynamik und sind sehr modular aufgebaut. Bisher war uns nicht bekannt, dass Bosch im MW-Bereich Antriebssysteme bietet. Für uns bringt das den Vorteil, Antrieb  und Motor aus einer Hand beziehen zu können.


Bei Siemens habe ich ein Mobil-Panel entdeckt, das den Notaus zertifiziert hat. Wenn Notaus aktiv ist, dann erscheint die Beleuchtung in Rot, wenn Rot nicht aufleuchtet, dann ist der Notaus nicht aktiv und wird auch vom Bediener nicht mehr als Notaus wahr genommen. Somit ist die Funktion nur dann erkennbar wenn das Panel als Notaus fungieren kann.


Wenglor hat die Sensorik in Richtung IO-Link erweitert und bietet ein großes Produktionsprogramm mit IO-Link an. Da IO-Link unabhängig von der übergeordneten Steuerung ist, sei es  eine Beckhoff- oder eine andere Steuerung, bekomme ich viel Informationen, die ich über den normalen Dialog mit dem Sensor so nicht bekäme. Die Sensoren werden also intelligenter.

Foto von Messe 2015.
Messebesucher informieren sich zu Industrie 4.0

Zu Industrie 4.0 war es aus meiner Sicht etwas kontrovers. Jeder zweite Aussteller wirbt mit Industrie 4.0, was er darunter versteht, blieb meist im Raum stehen, sobald zwei Signale erfasst werden, wird es mit Industrie 4.0 beworben.


Für mich definiert sich das an der Intelligenz der Sensoren. Ich bekomme nicht nur Analogwerte raus, sondern auch die Zustände; wie geht es dem System-Teil, ist der Sensor verschmutzt, geht er bald kaputt? Diese Neuheiten im Bereich IO-Link wollen wir in Zukunft nutzen. Dazu wollen wir im nächsten halben Jahr einen Versuchsaufbau machen.“

Konrad Butty, Research & Development Manager bei Reifenhäuser Blown Film GmbH, Worms

Foto Reiffenhäuser, Evolution
© Reiffenhäuser, Evolution Anlage

„Ich erwartete auf der Messe den Trend zu finden, dass die Bauteile kleiner werden, analog dem Handy. Dies sollte z.B. die SPS, den Motorschutz oder die Halbleiter betreffen, denn klein ist besser für den Schaltschrank, um Platz zu sparen. Aber mit der Baugröße ist es noch so wie vor fünf Jahren.


Auch zu Industrie 4.0 würden wir gerne verschiedene Dinge umsetzen, nur die Bauteile  geben das noch nicht her.


So möchten wir z.B., dass der Getriebemotor die Meldung gibt, das Öl ist dreckig, muss ausgetauscht werden. Es ist nur von Monitoring die Rede, aber die Rück-Meldung der Bauteile, die wir als Maschinenbauer einsetzen, die gibt es noch nicht. Diese Rückmeldung der Bauteile verstehen wir aber als Umsetzung von Industrie 4.0.“

Bereichsleiter Elektrik aus dem Bereich Verpackungsmaschinen

"Wir haben interessante neue Antriebskonzepte und –lösungen gesehen, wie z. Bsp. das XTS-System von Beckhoff. Dieses hat meiner Meinung das Potential, hinsichtlich Komplexitätsreduzierung und Flexibilität den Maschinenbau in gleicher Art und Weise zu revolutionieren, wie die Einführung der Servotechnik vor 20 Jahren.


Beherrschendes Super-Thema war natürlich Industrie 4.0 in den unterschiedlichsten Facetten. Uns haben Anbindungskonzepte für die Cloud, neue Visualisierungskonzepte und Tools zur Archivierung der Steuerungsdaten sehr beeindruckt.


Interessant fanden wir auch die Innovationen auf dem Gebiet der intelligenten und standardisierten Installationstechnik."

Reiner Zentgraf, Entwicklung Steuerungsoftware bei ROVEMA GmbH, Fernwald

Rovema Schlauchbeutelverpackungsmaschine
© Rovema, BVR 230

„Wir fahren bereits mit klaren Zielen zur Messe, besuchen unsere Lieferanten und viele Hersteller, deren Komponenten in unseren Maschinen verbaut sind.


Wir haben unsere eigene PC-basierte Maschinensteuerung mit HMI, Software-SPS und Motion-Control. Mein Schwerpunkt in der Entwicklung ist die elektronische Antriebstechnik.


Ein Thema zur Messe war, demnächst vermehrt kleinere Servoantriebe einzusetzen. Das macht unsere Maschinen flexibler, senkt die Kosten, die Schaltschränke werden kleiner und es führt zu einer Energieersparnis. Wir waren auch in Sachen Roboter und Handlingsysteme unterwegs. Hier ging es u. a. um Informationen zu möglichen Kinematiken und Erkennungssystemen wie z.B. Kameras.


Das Thema Industrie 4.0 gehörte nur am Rande zu meinen Zielen. Trotzdem war es unvermeidlich, überall darauf zu stoßen.“

Konstruktionsleiter Elektrotechnik, Nahrungsmittelmaschinen

"Ich war am 24.11.2015 auf der SPS Messe. Grund des Besuchs war die Suche nach Herstellern für Panel-PC Lösungen. Da wir im Nahrungsmittelbereich tätig sind, müssen die Geräte mit Edelstahlfront ausgeführt sein. Ich konnte einige interessante und vielversprechende Kontakte knüpfen und werde nun die Produkte von 5 Herstellern genauer untersuchen.


Nicht alle Hersteller waren mir vor dem Messebesuch bekannt. Den Besuch hatte ich vorab mit dem Ausstellerverzeichnis geplant. Die Messe ist inzwischen zu groß und unübersichtlich geworden. Die Wege sind lang. Die Hallen in Nürnberg dank der Wabenform  sehr unübersichtlich.


Industrie 4.0. Dazu habe ich keine Informationen eingeholt. Die Kennziffernzeitschriften und auch „normale Tageszeitungen“ sind mit mehr oder weniger fundierten Informationen dazu gefüllt. Und wenn sich erst mal die Politik mit so einem Thema beschäftigt ist abwarten und beobachten oft der effektivere Weg. (Siehe CIM Ende der 80 Jahre, Photovoltaik-Subventionen, Biodiesel,…)"

Manager eines großen Sondermaschinenbaus für die Nahrungsmittelindustrie

„Neues habe ich auf der Messe nicht gefunden, denn über die neuen Lösungen wurde ich bereits im Vorfeld durch die Hersteller informiert.


Der große Vorteil der Messe ist, dort kann ich mit dem Techniker und dem Manager unserer Lieferanten gemeinsam  sprechen. Beide Bereiche zusammen an einen Tisch zu bekommen, das gelingt nur auf der Messe. Sonst bekomme ich die beiden aus Zeitgründen nur selten zusammen; auf der Messe reicht dann schon eine Viertelstunde.


Zu Industrie 4.0 habe ich nichts gesucht, weil das bei unseren Kunden noch kein Thema ist, weder dieses, noch nächstes oder gar übernächstes Jahr.“

Christian Enderer, Entwicklung Elektrik, ILLIG Maschinenbau GmbH & Co. KG, Heilbronn

„Bei der Firma Wöhner haben wir einen interessanten elektrischen Hybridschalter für ohmsche Lasten gefunden, den wir auf einen möglichen Einsatz prüfen werden. Er bringt Platzersparnis im Schaltschrank und eine Reduzierung der Verlustleistung.


Zu Industrie 4.0 wurde ich bei einem Sensorikhersteller auf eine IO-Link Vernetzung hingewiesen, wobei IO-Link schon länger auf dem Markt ist, als Industrie 4.0. Diese interessante Technik wird sich früher oder später zum Standard entwickeln.“

Andreas Schmid, Manager Electrical Design/Software, Gebrüder Leonhardt GmbH & Co. KG Blema Kircheis, Mössingen

"Die SPS –Drives ist als Leitmesse für meinen Bereich jedes Jahr ein wichtiger Anlaufpunkt.

Foto Gamma II Modular Can Maker BLEMA von Gebrüder Leonhardt.
© Gebr. Leonhardt, Gamma II Modular Can Maker Blema

Ein Schwerpunkt für dieses Jahr war die gezielte Suche nach Lösungen im Bereich Antriebe für Formatverstellung. Dabei wurde auf Preis und einfache Einbindung in die bestehende Hard- / und Softwareumgebung Wert gelegt. Profibusanbindung ist dabei momentan noch ein Pflichtkriterium, wobei dieser auch bei uns mittelfristig durch Profinet abgelöst werden wird.


Dabei habe ich auch einige interessante Produkte entdeckt, von denen eines sicher Anfang bis Mitte nächsten Jahres zum Einsatz kommt.  


Zweiter Schwerpunkt war die Pflege von bestehenden Kontakten, da sich durch organisatorische Veränderungen in meinem Bereich Erklärungsbedarf ergeben hat. Die SPS/Drives ist auch dafür der ideale Ort, da fast alle unserer Lieferanten auf der Messe ausstellen."

Jürgen Kreissl, Head of Electrical Design and Assembly, WITTMANN ROBOT SYSTEME GMBH, Nürnberg

„Wir waren zwar nicht speziell auf der Suche, haben aber eine Software-Applikation der Firma Heitec für eine Simulation gefunden. Damit kann man Abläufe komplexer Anlagen in jedem Entwicklungsstation simulieren, so dass Fehler frühzeitig erkannt werden, bevor die Hardware produziert wird. Die Nutzung wird gerade von uns überprüft.


Industrie 4.0 ist ein schwieriges, komplexes Thema. Jeder schmückt sich mit diesem Begriff, ohne richtig zu wissen, was dahinter steht. Bisher ist erkennbar, dass Hersteller hauptsächlich intern ihre Produkte vernetzen. Bis es einen wirklichen übergreifenden und auch für alle nutzbaren Datenaustausch geben kann, wird es noch einige Zeit dauern. Dazu müssen die Schnittstellen und die Softwareprotokolle erst noch festgelegt werden.“

Leiter Elektrokonstruktion eines Verpackungsmaschinenherstellers

„Ich konnte zwei oder drei Gespräche zu meiner Wunschlösung „Schnellkupplungen für Sensorik“ führen, allerdings hat sich hier noch keine Lösung herauskristallisiert.


Heute werden Sensoren mit Standard-Steckverbindern gekoppelt. Sie sind schraubbar, brauchen aber relativ viel Zeit, bis sie gelöst und wieder kontaktiert werden können. Mein Wunsch wäre, dass sie steckbar sein sollten mit Bajonett- oder Klick-Lösung, dann müsste man drücken und überdrücken und hätte damit auch den erforderlichen Schutz gegen unbeabsichtigtes Lösen der Verbindungen.


Mit Industrie 4.0 habe ich mich nicht beschäftigt, das konnte ich an einem Messetag nicht unterbringen.“

Leiter Elektrokonstruktion aus dem Bereich Verpackungsmaschinen

„Ich nutze die Messe meist, um mir im Vorfeld Gedanken zu machen, was steht nächstes Jahr an. Dann versuche ich, entsprechende Kontakte zu knüpfen, damit mir nach der Messe Lösungen dazu vorgestellt werden können.


Dieses Jahr ist das Thema Industrie 4.0, und hier vor allem Big Data, ein großes Thema.


Hier ist mir MICA von Harting ins Auge gefallen, sozusagen ein industrietauglicher Raspberry Pi; es ist ein kompaktes Gerät, hat ein Industriegehäuse, hat verschiedene Schnittstellen und einen Rechner mit einer richtigen CPU, die bereits Daten vorverarbeiten kann. Damit können wir erstmals mehr Daten aufnehmen und über den „richtigen Rechner“ weitergeben. Dem Kunden können wir entsprechende Schnittstellen zur Verfügung stellen.


Wir denken an Daten, z.B. die FU ständig zu beobachten und auszulesen für Wartungsinformationen. Das Gerät kann auch mehr Prozessdaten mitschreiben und speichern, die im Prozessleitsystem analysiert werden und an ERP weitergegeben werden können. Die Möglichkeiten, die es bietet, haben mich richtig begeistert.“

Martin Müller, Leiter technische Integration bei psb intralogistics GmbH, Pirmasens

„Auch für technologisch weniger komplexe Fragestellungen kann die SPS/IPC Drives Messe in Nürnberg Antworten geben.


So konnten wir für die Erweiterung unserer Produktlinien im Tiefkühlbereich bei diversen Lieferanten speziell thermoisolierte Schaltschränke finden. Hier werden wir jetzt ein paar Angebote prüfen.


Außer dass es ein sehr begehrter Slogan ist, konnte zu Industrie 4.0 nicht viel inhaltliches mitgenommen werden. Technisch muss hier noch einiges wachsen, was herstellerübergreifende Normen, wie z.B. Kommunikationsprotokolle und Informationsinhalte betrifft. Alles, was Farbe und ein Anschlusskabel hatte, wurde als Industrie 4.0 Komponente angepriesen. Das konnte man so nicht alles ernst nehmen.


Unsere Kunden im Intralogistikbereich sind an dem Thema aktuell dagegen durchaus interessiert. Als Logistikanbieter stellen wir uns dieser Zukunft selbstredend und vertreten das Thema kundenorientiert im Rahmen unseres Produktportfolios."

Jörg Winter, Entwicklung Falzmaschinen, Heidelberg Postpress Deutschland GmbH, Ludwigsburg

"Neue Themen konnten angeschaut werden, wie z. B. die Ableitstromkompensation Leakcomp für FI-Schutzschalter von Fa. Epa, kommen aber nicht zum Einsatz.

Falzmaschine Stahlfolder BH/CH von Heidelberg Postpress.
© Falzmaschine Stahlolder BH/CH

Bekannte Themen wurden vertieft, so der neue Stecker HAN-Modular ECO von Fa. Harting, den wir in Kürze bei uns einführen werden.


Vernetzung von Maschinen ist für uns seit vielen Jahren ein wichtiges Thema und bereits weit fortgeschritten. Das Stichwort Industrie 4.0 wird aber auf der Messe als Werbeschlagwort verwendet, oft nur weil es gerade modern ist, auch wenn es für die vorgestellte Anwendung gar keinen Sinn macht. Hier gilt es auszusortieren und die sinnvollen Themen und Anwendungen herauszufinden."

Markus Decker, Antriebstechnik Programmierung bei KBA FT Engineering, Frankenthal

„Ich habe mich auf der Messe speziell über Antriebstechnik informiert. Wir setzen standardmäßig Servotechnik von Bosch-Rexroth ein, aber unsere Kunden verlangen auch Antriebstechnik anderer Hersteller wie beispielsweise SEW oder Beckhoff.


Mich interessierte speziell die Software dazu, wie man die Geräte parametrieren kann. Was das Handling auf Softwarebasis betrifft, bin ich ein verwöhnter Bosch-Rexroth-Anwender. Bosch-Rexroth bietet aus meiner Sicht die beste Schnittstelle von der SPS zum Antrieb.


Darüber hinaus habe ich mir Informationen über Kamerasysteme für einen Kollegen besorgt, wie man dreidimensional messen kann. Für Kunden außerhalb der Druckindustrie, in der Automobilindustrie, werden Entdröhnfolien zur Geräuschdämmung benötigt. Hier geht es um die Produktvermessung nach Höhe, Breite und Tiefe.


Um das Thema Industrie 4.0 habe ich mich nicht gekümmert."

Leiter Entwicklung Hardware in der Branche Nahrungsmittelmaschinen

„Großartig neue Lösungen habe ich in diesem Jahr nicht von der Messe mitgebracht. Tatsächlich ist es auch für uns die wichtigste Automatisierungs-Messe, wo wir die ganzen Aussteller und Firmen, die unsere Branche bedienen, auf einem Fleck haben.


Es ging uns in erster Linie darum, unsere Lieferanten zu besuchen, uns die Neuheiten zeigen zu lassen und die allgemeine Entwicklung im Blick zu behalten.


Für uns in der Nahrungsmittelbranche ist Industrie 4.0 noch nicht so sehr das Thema, obwohl auch unsere Kunden anfangen, die Maschinen zu vernetzen. Wir bieten heute schon verschiedene Schnittstellen zu anderen Maschinen an - einfache Signalschnittstellen, aber auch Netzwerk.  Unter Industrie 4.0 definierte Standards können uns zukünftig die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern erleichtern."


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