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Trends im Export von Maschinen aus Deutschland 2008 - 2015

Die Verlagerung der Exportmärkte seit der Weltwirtschaftskrise kehrt sich 2014 und 2015 wieder um

Als Folge der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 hatten sich die Exportmärkte des deutschen Maschinenbaus in den Jahren bis 2013 von der EU weg hin zu den BRIC und MIST Ländern verlagert. In den Jahren 2014 und 2015 ist diese Verlagerung durch eine Rückverlagerung abgelöst worden. Steigende Exportquoten zeigen nun wieder dieselben Länder und Regionen wie vor der Weltwirtschaftskrise.

Die Verlagerung der Exportländer bis 2013 bedeutet weg von der EU hin zu den BRIC und MIST Ländern

Update 21. März 2016 - Die Verlagerung der Exportländer für deutsche Maschinen im Zeitraum von 2008 bis 2013 betrifft vier Ländergruppen, die bereits 80% der Maschinen-Exporte aus Deutschland aufnehmen.

 

  1. Der Exportanteil in die EU-Länder sinkt dramatisch von 52% auf 44%.
  2. Die Exportquote nach den BRIC-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China steigt von 15% auf 20% (2011) und bleibt 2013 bei 19%.
  3. In die USA sinkt die Exportquote zunächst auf 7% und steigt dann bis 2013 auf 9% an. Die Exportquote nach Japan stagniert bei 1,3%.
  4. Die Exportquote in die sich dynamisch entwickelnden MIST Länder Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei verdoppelt sich fast von 4% auf 7%.

 

Also Rückgang der Exportquote in die EU und zeitweise auch in die USA, dafür deutlicher Anstieg der Exportquoten in die BRIC und MIST Länder - das kennzeichnet die Verlagerung der Exportmärkte als Folge der Weltwirtschaftskrise bis 2013.

Die Verlagerung der Exportquoten kehrt sich 2014 und 2015 wieder um

Das Diagramm zeigt, dass sich diese Verlagerung seit 2014 nicht fortsetzte, sondern seitdem sogar ihre Richtung änderte, sich wieder in die klassische Richtung aus der Zeit vor der Weltwirtschaftskrise umkehrte.

Die Exportquoten des deutschen Maschinenbaus nach der EU, BRIC, den USA und den MIST Ländern von 2008 bis 2015.
  • Die Exportquote in die EU steigt wieder von 44% auf 48%.
  • Die Exportanteile in die BRIC Ländern sinken deutlicher von 19% auf 15%.
  • Die Exportquote in die USA und Japan erreicht mit 12% ihren Höchstwert.
  • Die Exportquoten in die kleineren Exportländer (MIST) stagnieren bei 6%.

Unter den größeren Exportländern steigt 2014 und 2015 nur die Exportquote in die USA

Drei der Exportländer außerhalb der EU, nämlich China, die USA und Russland, zeigen Exportquoten von 5% und mehr. Unter diesen Ländern steigt China als Folge der Weltwirtschaftskrise zum größten Exportmarkt für Maschinen außerhalb der EU auf.

 

2014 und 2015 aber schmilzt diese Vorrangstellung dahin. Die Exportquote nach China sinkt auf 9,4%, während diejenige nach den USA mit 10,5% ihren Höchstwert erreicht. Beide Exportquoten liegen damit wieder so weit wie vor der Weltwirtschaftskrise auseinander.

Die Maschinenexporte nach China, den USA und Russland von 2008 bis 2015.

Sinkende Exportanteile in kleinere Exportländer

Die anderen sieben Länder betreffen in der Reihenfolge ihrer Exportanteile im Jahre 2015 die Türkei, Südkorea, Indien, Mexiko, Brasilien, Japan und Indonesien.

 

Diese Länder nahmen 2013 noch 11,3% der Maschinen-Exporte aus Deutschland auf, 2015 aber sank dieser Anteil auf 10,6%.

Die Exportanteile des Maschinenbaus nach der Türkei, Brasilien, Japan, Indien von 2008 bis 2015.

Wie können diese Tendenzen interpretiert werden?

Der Rückgang der Exportquote nach China sowie ihre Stagnation in die kleineren Exportländer deutet eine schwächer werdende Position des deutschen Maschinenbaus im Export in diese Länder an.


Denn rückläufige und stagnierende Exportquoten sind nicht in erster Linie Ausdruck davon, dass die Nachfrage nach Maschinen in diesen Ländern nachlassen würde. Vielmehr entwickelt sich der wichtigste Indikator für die Maschinennachfrage, die Industrieproduktion, in diesen Ländern besser als die Exportquote für deutsche Maschine in diese Länder. Die Maschinenexporte hinken also der Industrieproduktion in diesen Ländern hinterher.

 

Im Gesamtzusammenhang betrachtet ist die weltweite Industrieproduktion noch von Tendenzen der Stagnation geprägt. Diese Tendenzen verstärken die Exportbemühungen in den Ländern, stacheln vor allem die einheimischen Maschinenbauer in den sich entwickelnden Ländern dazu an, um jeden Auftrag im Heimatland zu kämpfen.

 

Die hochleistungsfähigen und hochflexiblen Maschinen aus Deutschland entsprechen den hohen Anforderungen von weltweit agierenden Konzernen mit internationalen Produktionsverbänden. Aber die Breite der Märkte in den BRIC und MIST Ländern decken vor allem einheimische Maschinenbauer in diesen Ländern ab, die einfachere Maschinen anbieten. Hier liegt aber nicht die Hauptstärke des deutschen Maschinenbaus.

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