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Exportquote und Industrieproduktion in den Exportländern

Die Exportquoten deutscher Maschinen hinken der Industrieproduktion in den Schwellenländern hinterher

Nach der Weltwirtschaftskrise von 2008/2009 zeigten die Maschinenexporte in die Schwellenländer nach oben, in die USA und die EU nach unten. Seit 2014 kehrt sich diese Entwicklung wieder um. Dieser Report zeigt auf, dass der Verlauf der Industrieproduktion in den Schwellenländer aber weiterhin für Maschinen aufnahmefähig ist. Es liegt offenbar an der geänderten Nachfragestruktur für Maschinen, die den deutschen Export in diese Länder hemmt.

Exportquote in die USA wächst mit steigender Industrieproduktion

24. März 2016 - Die Exportquote deutscher Maschinen nach den USA steigt kontinuierlich zusammen mit der Industrieproduktion in den USA.

Exportquoten von Maschinen aus Deutchland in die USA und der Verlauf der Industrieproduktion in den USA von 2008 bis 2015.

Dies signalisiert Bedarf in den USA an hochleistungsfähigen und hochflexiblen Maschinen, wie sie der deutsche Maschinenbau anbietet. Und die steigenden Exportquoten bestätigen eine stabile Wettbewerbsposition des deutschen Maschinenbaus in den USA.

Maschinenexporte in die EU steigen wieder stärker als EU Industrieproduktion

Seit dem Krisentief 2009 stieg die Industrieproduktion in der EU bis 2011 an und stagniert seitdem im Großen und Ganzen.

Exportquoten von Maschinen aus Deutchland in die EU und der Verlauf der Industrieproduktion in der EU von 2008 bis 2015.

Die Exportquote von Maschinen aus Deutschland sinkt jedoch kontinuierlich bis 2012 und steigt seitdem stärker als die Industrieproduktion.

Maschinenexporte hinken Chinas Wachstumspotenzial hinterher

Nach der Weltwirtschaftskrise wurde China der größte Exportmarkt für Maschinen aus Deutschland außerhalb der EU. 2011 erreichten die Maschinenexporte ihren bisherigen Spitzenwert von 11,5%. Seitdem sinkt die Exportquote auf zuletzt 9,4%, während die Industrieproduktion in China weiterhin kontinuierlich wächst.

Exportquoten von Maschinen aus Deutchland nach China und der Verlauf der Industrieproduktion in China von 2008 bis 2015.

Stagniert in China der Bedarf an hochleistungsfähigen und hochflexiblen Maschinen? Hat sich die Wettbewerbsposition der deutschen Maschinenbauer in China verschlechtert?  


Ein ähnliches Bild wie in China zeigt sich für Brasilien, Russland und Indien.

Exportquote nach Brasilien, Russland, Indien sinkt seit 2012

Auch hier fällt die Exportquote in diese Länder seit 2012 ab, obgleich die Industrieproduktion in Indien weiterhin gestiegen und in Russland erst 2015, in Brasilien erst 2014 gesunken ist.

Exportquoten von Maschinen aus Deutchland nach Brasilien, Russland und Indien und der Verlauf der Industrieproduktion in diesen Ländern von 2008 bis 2015.

Deutsche Maschinenexporte profitieren kaum vom Wachstum der MIST Länder

Die Industrieproduktion wächst in Indonesien, der Türkei und in Mexiko kontinuierlich, nur in Südkorea sinkt sie geringfügig 2015 (MIST Länder).

Exportquoten von Maschinen aus Deutchland nach Mexiko, Indonesien, Südkorea und Türkei und der Verlauf der Industrieproduktion in diesen Ländern von 2008 bis 2015.

Die Exportquote von Maschinen aus Deutschland in diese Länder erhöht sich auf 6,5% bis 2013 kontinuerlich, allerdings in geringem Umfang. 2014 erfolgt ein deutlicher Rückgang, der 2015 nicht ausgeglichen wurde.

Zu möglichen Gründen

Verbirgt sich hinter Exportquoten, die mit der Industrieproduktion nicht Schritt halten, eine Tendenz zur Änderung der Nachfragestruktur nach Maschinen? Die hochleistungsfähigen, hochflexiblen Maschinen aus Deutschland sind vor allem für große Unternehmen, für weltweit produzierende Unternehmen geeignet mit einem höchst differenzierten Produktprogramm, das reife Märkte bedient.


Für ein weniger differenziertes Produktprogramm braucht man Maschinen, die wenig oder gar nicht umgerüstet werden müssen, sondern die ein Produkt zu möglichst geringen Stückkosten herstellen können.


Würde sich diese Nachfragestuktur auf den Exportmärkten verstärken, ginge den deutschen Maschinenbauern Aufträge verloren, die vordergründig am Preis gescheitert sind, denen aber die Nachfrage nach einfacheren, stückkostenoptimierten Maschinen zugrunde liegen.


Die Diagramme machen auf ein Problem aufmerksam, liefern aber keine Erklärung. Diese erfordert weitere Untersuchungen.

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