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Die Schwankungen von Produktion und Umsatz im Maschinenbau

Schwankungen von Produktion und Umsatz des Maschinenbaus nehmen nach der Krise 2008/2009 zu

In den letzten fünfzehn Jahren hat sich im Verlauf der Industrieproduktion viel verändert, strukturell verändert. Vier strukturelle Veränderungen begannen bereits im Jahr 2000, eine fünfte betrifft den Prozess der Krisenüberwindung. Dieser Report fügt eine sechste hinzu, die der zunehmenden Schwankungsbreite bei Produktion bzw. Umsatz.

Update 19. April 2017 - Das Diagramm zeigt den Verlauf des monatlichen Produktionsindexes in den Jahren 2000 bis 2017. Die drei senkrechten Pfeile veranschaulichen, wie die Schwankungsbreite der Produktion seit der letzten Weltwitschaftskrise zugenommen hat.

Produktion des deutschen Maschinenbaus von 2000 bis 2017.

Welche Linien zeigt das Diagramm im einzelnen?

Die roten oszillierenden Linien kennzeichnen den monatlichen Produktionsindex. Inmitten dieser Produktionslinien liegt die dunkle Linie der gleitenden jährlichen Mittelwerte der Produktion. Diese Linie klettert aus dem Krisentief, sackt 2012/2013 wieder ab und verläuft seitdem flach – die Produktion stagniert in ihrem Auf und Ab. Dies ist in einem separaten Trendreport untersucht.


Die pinkfarbenen Linien veranschaulichen die größere Schwankungsbreite der Produktion. Sie liegen zu beiden Seites des Mittelwertes in einem Abstand von zwei Standardabweichungen. Diese Konstruktion ist bekannt als Bollinger Bands. Für unseren Zusammenhang bedeutet dies: Je größer der Abstand der pinkfarbenen Linien vom Mittelwert, umso größer ist die Schwankungsbreite der Produktion von ihrem Mittelwert.


Die drei senkrechten Pfeile werden immer länger, die Schwankungsbreite ist nach der Weltwirtschaftskrise deutlich größer als davor – und dies bei stagnierender Produktion.

  • Größere Schwankungsbreite bei stagnierender Produktion – das ist ebenso neu wie die Tatsache einer Stagnation nach einer Krise, auf der normalerweise ein Aufschwung folgt.  


Warum ist das so?

Zu den Gründen einer größeren Schwankungsbreite bei stagnierender Produktion des Maschinenbaus

Zunächst spiegelt sich hier für den Maschinenbau die Situation der weltweiten Industrieproduktion wider. Der Report zur fünften strukturellen Veränderung kennzeichnet dies so:

 

  • "An die Stelle eines allgemeinen Konjunkturaufschwunges zur Überwindung einer Wirtschaftskrise ist ein uneinheitlicher Prozess der Krisenüberwindung getreten, in dem Wachstum, Stagnation und Rückgänge der Industrieproduktion koexistieren und durch Wechselwirkung eine stagnierende Gesamttendenz erzeugen, um die die Industrieproduktion zeitweise und länderweise auf und ab pendelt."


Dies erfasst die stagnierende Gesamttendenz mit Schwankungen nach oben und unten, aber noch nicht die zunehmenden Schwankungsbreiten (an Börsen als Volatilität bekannt).


Zu den Grundlagen dieser zunehmenden Schwankungsbreiten gehören:

 

  • Die stagnierende Gesamttendenz der Weltwirtschaft ist Ausdruck sinkender Gewinnmargen insbesondere für Erweiterungsinvestitionen. Daher die Zurückhaltung bei Investitionen und der Nachfrage bei Maschinen.

  • Vor diesem Hintergrund hat sich der Wettbewerb beim Verkauf der Maschinen enorm intensiviert. Daher wirken sich bei stagnierender Produktion erfolgreiche wie verlorene Aufträge relativ stärker aus als bei wachsender Produktion.

  • Firmen werfen unter diesen erschwerten Bedingungen das Handtuch, das andere aufgreifen, was ebenfalls die Schwankungen verstärkt.

  • Die aufstrebenden Länder verlieren immer mehr ihren Charakter als Schwellenland und sind teilweise, wie China, weltmarktbeeinflussende Globalplayer geworden. Dies eröffnet sowohl größere neue wie verlorene Aufträge und verstärkt damit die Schwankungen.


Zu den zukünftigen Auswirkungen für den Maschinenbau wird gehören, den Fremdanteil an der Produktion möglichst zu vergrößern, das Produktportfolio breiter zu streuen bzw. eine marktführende Position zu erlangen bzw. auszubauen.

Schwankungsbreite des monatlichen Umsatzes auf 8 Mrd. € vergrößert

Die Schwankungsbreite des Umsatzes pro Monat hat sich nach der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 auf 8 Mrd. € vergrößert. Das zeigt das folgende Diagramm auf einen Blick.

Umsatz des deutschen Maschinenbaus von 2000 bis 2017.

Der Umsatz wächst leicht – eine Tatsache, die eigentlich für eine abnehmende Schwankungsbreite sprechen würde. Stattdessen vergrößert sie sich bei leicht zunehmendem Wachstum.


In Euro beträgt die Schwankungsbreite nach der Weltwirtschaftskrise von 2001 ca. vier Milliarden Euro, sie vergrößert sich nach der letzten Weltwirtschaftskrise von 2008/2009 auf sieben und dann acht Milliarden Euro - das Doppelte des Werte von Anfang 2000.


Zu den vorhin genannten Erklärungsgründen tritt der Preiskampf hinzu, inwiefern der Kunde deutscher Maschinen höhere Funktionsvielfalt und höheres Leistungsvermögen fordert und inwiefern er auch gewillt ist, es zu bezahlen.

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