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Branchenreport Robotik und Automation 2008 bis 2015

Robotik und Automation – Wachstumsbranche im Maschinenbau für Effizienzsteigerung

Die Branche Robotik und Automation umfasst die vier Produktsegmente Industrieroboter, Montagemaschinen, Montageautomaten und Montagelinien. Das fünfte Produktsegment, Handhabungsgeräte, weist eine mangelnde Präsenz in der amtlichen Produktionsstatistik auf, deshalb ist es hier ausgeklammert.

Robotik und Automation als dynamische Wachstumsbranche im Maschinenbau

13. November 2015 - Wie sich Produktion und Umsatz der Branche im Vergleich zum gesamten Maschinenbau seit Beginn der Weltwirtschaftskrise 2008, entwickelt haben, zeigt das folgende Diagramm in aller Klarheit. Der Startpunkt ist gleich 100 für 2008 gesetzt. Jetzt zeigt sich Robotik und Automation in ihrer ganzen Dynamik.


Der Wert ihrer Maschinen1 hat sich um 52% von 2008 bis 2014 erhöht, ihre Produktion um 46%. Der Maschinenbau hingegen kämpft immer noch gegen die Stagnation im Gefolge der Weltwirtschaftskrise an.

Produktion und Wert der Branche Robotik und Automation von 2008 bis 2015.

Das Diagramm zeigt auch, dass der Wert der Maschinen in Robotik und Automation seit 2013 stärker als ihre Produktion steigt – die Maschinen also im Durchschnitt höherwertiger werden, ihre Funktionsvielfalt, ihr Leistungsvermögen also zunehmen. Eine Entwicklung, die auch bei Verpackungsmaschinen und Gummi- und Kunststoffmaschinen auftritt.


Den Indizes liegen natürlich reale Werte zugrunde. Der Wert der Maschinen in den vier genannten Produktsegmenten summiert sich auf 4,7 Mrd. € für über 63.000 Maschinen im Jahr 2014.


Bis jetzt zeigen sich für das erste Halbjahr 2015 sinkende Maschinenwerte und stagnierende Produktion, Tatsachen, die wir erst nach Ablauf des Jahres 2015 einordnen wollen.

Die Produktsegmente von Robotik und Automation und ihre Anteile an Produktion und Wert

Die vier Produktsegmente prägen die Branche in unterschiedlichem Maß. Die im Jahr 2014 produzierten 28.000 Industrieroboter machen 45% der Stückzahlen der Branche aus, während ihr Wertanteil mit 21% in Höhe von 981 Mio. € relativ niedrig liegt.

Produktion und Wert von Robotik und Automation 2014.

Die 7.000 Montagelinien weisen mit 11% den niedrigsten Anteil am Stückvolumen, aber mit 38% den höchsten Wertanteil mit einem Volumen von 1,8 Mrd. € auf.

Montagelinien und Montageautomaten mit steigenden, Industrieroboter und Montagemaschinen mit fallenden Durchschnittswerten

Führen wir die Stückzahlen der Produktion und ihren Wert zusammen, so erhalten wir den Durchschnittswert pro Maschine in Euro. Er signalisiert, wie stark eine Maschine im Markt positioniert ist.


Maschinen für die Montageautomatisierung steigen in ihren Durchschnittswerten: Montageautomaten um 19% auf 106.154 € (2014) und Montagelinien um 9% auf 255.120 €.

Durchschnittswert pro Maschine in Euro in Robotik und Automation von 2008 bis 2015.

Maschinen für die Montageautomatisierung integrieren also immer mehr Funktionen und erhöhen ihr Leistungsvermögen, was offenbar auf Kosten der Funktionalität von Montagemaschinen geht. Denn der Durchschnittswert von Montagemaschinen sinkt um ein Drittel auf 47.383 €.


Industrieroboter zeigen keinen Trend zur Höherwertigkeit. Ihr Durchschnittswert sinkt um 12% auf 34.932 €. Ein Grund dieser Entwicklung liegt in den Eigenlösungen des Roboters durch insbesondere diejenigen Maschinenbauer, die Roboter in größeren Stückzahlen einsetzen.

Fazit

Robotik und Automation ist eine dynamische Wachstumsbranche im deutschen Maschinenbau. Sie gehört zu den Treibern für Effizienzsteigerung. Dafür setzt der Markt in erster Linie Montageautomaten und Montagelinien ein. Montageautomatisierung ist also der Fokus für Effizienzsteigerung. Industrieroboter als Kaufroboter fallen demgegenüber noch zurück. Dieses Bild würde sich relativieren, wenn die amtliche Statistik die Eigenlösungen von Robotern durch die Maschinenbauer berücksichtigen würde.

 


1 Als Wert bestimmt die amtliche Statistik die zu Verkaufspreisen bewertete Produktion ohne Umsatzsteuer. Der Unterschied zum Umsatz liegt hauptsächlich in Lagerveränderungen, kann also mit großer Näherung als Umsatz aufgefasst werden.

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