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Die Exportmärkte von Verpackungsmaschinen 2008 - 2016 1H

Wie sich Exportmärkte und Durchschnittswerte von Verpackungsmaschinen in drei Phasen ändern

Dieser Report beleuchtet die drei Phasen im Zusammenhang von Exportmärkten für Verpackungsmaschinen und ihren Durchschnittswerten, ausgedrückt in Euro pro Verpackungsmaschine seit Beginn der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 bis 2016.

Der Durchschnittswert von Verpackungsmaschinen sinkt deutlich in der Phase der Krisenüberwindung

Update 24. Oktober 2016 - Im Krisenjahr 2009 stürzen Produktion und Wert bzw. Umsatz1 von Verpackungsmaschinen synchron in den Keller. Sie klettern aber nicht synchron aus dem Krisentief heraus.

Indices von Produktion und Umsatz sowie Wert pro Verpackungsmaschine von 2008 bis 2016 1H.

Vielmehr zeigt der Weg aus der Krise eine spezifische Strategie, die teils bewusst gewählt, teils aus der Not der Situation aufgezwungen sein mag.


Die Stückzahlen der Verpackungsmaschinen steigen steil an, die Umsätze hinken hinterher, im Resultat sinkt der Durchschnittswert pro Verpackungsmaschine deutlich ab (hellblau ausgefüllter Bereich).


Lag der Durchschnittswert vor der Krise noch bei 77.500 €, so sinkt er 2010 auf 69.200 € (minus 11%) und ein Jahr später noch tiefer auf 67.100 € (minus 13%).


Die Krisenüberwindung erfolgte also über deutlich reduzierte Durchschnittswerte von Verpackungsmaschinen bei steigenden Stückzahlen. Gleichzeitig ändern sich die Exportmärkte.

Gleichzeitig verlagern sich die Exportmärkte in der Krisenüberwindung

Diese Strategie ist mit einer sprunghaften Verlagerung der Exportmärkte im Jahr 2010 verbunden.


In die EU Länder stürzt der Exportanteil von Verpackungsmaschinen von 35% auf 27%, in die BRIC Länder schnellt er von 17% auf 25% in die Höhe. Nach China verdoppelt sich die Exportquote von Verpackungsmaschinen binnen Jahresfrist auf 15%.

Exportanteile von Verpackungsmaschinen in Hauptländer 2008 bis 2016 1H.

Die Exportquote in die MIST Länder steigt relativ so stark wie sie in die USA fällt.


Es ist eine plausible These, dass die erhöhten Exportzahlen in die BRIC und MIST Länder mit Verpackungsmaschinen erreicht werden konnten, deren Funktions- bzw. Leistungsumfang in gewissem Umfang reduziert war. Preiszugeständnisse werden eine ergänzende, aber nicht die Hauptrolle gespielt haben.


Diese erste Phase im Zusammenhang von Änderungen im Durchschnittswert von Verpackungsmaschinen und Änderungen ihrer Exportmärkte dauert von 2010 bis 2011. Diese Strategie führt aus der Krise.

Seit 2012 Rückverlagerung der Exportmärkte bei steigenden Durchschnittswerten von Verpackungsmaschinen

Dann tritt 2012 ein strategischer Wechsel ein und eröffnet die zweite Phase. Der Durchschnittswertes pro Verpackungsmaschine steigt steil an, wie im Diagramm klar erkennbar. Er erhöht sich um 33% von 67.000 € auf 89.000 € in den drei Jahren von 2012 bis 2014. Gleichzeitig sinken die Stückzahlen in diesem Zeitraum, die Umsätze steigen.


Auch jetzt steht diese Strategie wieder im Zusammenhang mit einer Änderung der Exportmärkte. Diesmal rückverlagern sich diese zu der Konstellation von vor der Krise – erst zaghaft, dann verstärkt.

2015 und verstärkt 2016 sinken die Durchschnittswerte von Verpackungsmaschinen sogar in die rückverlagerten Exportmärkte

2015 steigt die Exportquote in die EU Länder bereits im dritten Jahr, in die BRC Länder ist sie bereits im fünften Jahr gesunken. Und die Verdoppelung der Exportquote nach China ist auf ein Wachstum von nur mehr 30% geschrumpft. Allein in die MIST Länder steigt die Exportquote bis 2014 stetig an, sinkt aber 2015 wieder.

 

Diese Rückverlagerung der Exportmärkte teilt die Branche mit dem gesamten Maschinenbau.


Ist das eine zukunftsorientierte Strategie, die Exportmärkte wieder so zu gewichten, wie das vor der Weltwirtschaftskrise von 2008/2009 der Fall war?


Diese Frage ist berechtigt, denn nach drei Jahren sinkt der Durchschnittswert der Verpackungsmaschinen 2015 wieder - selbst auf Basis der rückverlagerten Exportmärkte. Die Stückzahlen steigen und der Umsatz sinkt.


Offenbar fordern hier die stagnierenden Tendenzen der Weltwirtschaft ihren Tribut, die eine dritte Phase einleiten. Diese verbindet rückverlagerte Exportmärkte mit sinkenden Durchschnittswerten, was im Gegensatz zur Vorkrisenzeit steht.


Diese Tendenzen setzen sich im ersten Halbjahr 2016 verstärkt fort. Der Durchschnittswert von Verpackungsmaschinen liegt mit 67.900 € nur knapp über dem Niveau von 2011.

Die Exportmärkte sind etwas stärker auf Wachstum getrimmt als im Maschinenbau

Vergleichen wir abschließend die Exportquoten der Verpackungsmaschinen mit denen des Maschinenbaus für das Jahr 2015.


Die Exportquoten der Verpackungsmaschinen sind in wachstumsstärkere Regionen etwas höher als im Maschinenbau: In die BRIC-Länder gehen 17% der Exporte von Verpackungsmaschinen (Maschinenbau 15%), in die dynamisch wachsenden Länder Mexiko, Indonesien, Südkorea und Türkei (sog. MIST-Länder) 9% vs. 6% des Maschinenbaus.

Die Exportquoten von Verpackungsmaschinen in die EU, die USA, nach China, in die BRIC Länder und in die MIST Länder 2015 im Vergleich zum Maschinenbau.

Das Exportland Nummer eins für Verpackungsmaschinen außerhalb der EU sind 2015 die USA mit 12% (Maschinenbau 10%). China, das 2014 noch vor den USA lag, nimmt jetzt 10% der Exporte von Verpackungsmaschinen auf, während die Exportquote für den Maschinenbau bei 9% liegt.


Die Exportquote der Verpackungsmaschinen in die wachstumsschwachen EU Länder liegt mit 30% deutlich unter der des Maschinenbaus mit 48%.

 


1 Als Wert bestimmt die amtliche Statistik die zu Verkaufspreisen bewertete Produktion ohne Umsatzsteuer. Der Unterschied zum Umsatz liegt hauptsächlich in Lagerveränderungen, kann also mit großer Näherung als Umsatz aufgefasst werden.

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