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Industrieproduktion der führenden Industrieländer 1980 - 2015

Strukturelle Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion der Industrieländer

In der langfristigen Betrachtung der letzten 35 Jahre zeigen sich gravierende strukturelle Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion der führenden Industrieländer USA, Japan, Deutschland und der EU.

Karte Industrieländer

Update 21. März 2016, Erstveröffentlichung 12. März 2012 - Ein Blick auf die Industrieproduktion der letzten 35 Jahre macht Strukturen sichtbar, die bei einer Betrachtung von Jahr zu Jahr untergehen. Neue Strukturen haben sich tatsächlich in der Vergangenheit herausgebildet und es ist vertretbar, anzunehmen, dass sie mit guter Wahrscheinlichkeit auch in den nächsten Jahren bestehen.

 

Der Verlauf der Industrieproduktion in den führenden Industrieländern USA, Japan, Deutschland und den 27 bzw. 28 EU-Ländern zeigt in den Jahren seit 2000 deutliche Unterschiede im Vergleich zu den davor liegenden 20 Jahren ab 1980.

Die Industrieproduktion wächst kontinuierlich von 1980 bis 2000

Die zwanzigjährige Periode von 1980 bis 2000 zeigt ein insgesamt kontinuierliches Wachstum der Industrieproduktion.

Die weltweite Industrieproduktion von 1980 bis 2000.

 

Jeweils zu Beginn der 80er und der 90er, also in einem Abstand von zehn Jahren, treten Wirtschaftskrisen auf, die zu einem Rückgang der Industrieproduktion führen. Solche Rückgänge dauern nicht länger als ein Jahr und ein bis zwei Jahre später ist das Vorkrisenniveau der Produktion schon wieder übertroffen.

 

Eine Ausnahme davon bildet Japan. Auf das scharfe Wachstum bis 1990 folgt eine zehnjährige Phase der stagnierenden Industrieproduktion. Im Jahr 2000, also 10 Jahre später, ist die Industrieproduktion in Japan kaum vorangekommen.

 

In dieser zwanzigjährigen Periode erlebt die Automatisierungstechnik eine stürmische Aufwärtsentwicklung. Die Elektromechanik wird durch die Mikroelektronik abgelöst und diese bringt immer höher integrierte Komponenten und Lösungen hervor. Kleine, hochinnovative Unternehmen entstehen.

Die strukturellen Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion seit 2000

Seit dem Jahr 2000 bilden sich drei strukturelle Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion der Industrieländer heraus.

Die weltweite Industrieproduktion der Industrieländer von 2000 bis 2015.

Die Wucht der Krise 2008/2009 ist einmalig innerhalb der letzten 35 Jahre

2010 befindet sich die Industrieproduktion wieder auf dem Niveau des Jahres 2000. Einen solchen Rückschlag gab es in der zwanzigjährigen Periode von 1980 bis 2000 nicht.

 

Die Dauer zwischen zwei Krisen hat sich halbiert

Zunächst betrug die Dauer zwischen zwei Wirtschaftskrisen, also der Krisenzyklus, 10 Jahre, nämlich von Anfang der 80er zu Anfang der 90er und schließlich zu Anfang des neuen Jahrtausends. Die letzte Wirtschaftskrise aber entstand bereits 2008/2009, vier Jahre, nachdem die Industrieproduktion das Vorkrisenniveau 2004 überschritten hatte.

 

Die Dauer der Krisen hat sich verlängert

Zwischen 1980 und 2000 dauerte der krisenhafte Rückgang der Industrieproduktion ein Jahr und war dann in den folgenden ein bis zwei Jahren ausgeglichen. Aber schon zu Anfang dieses Jahrtausends verlängerte sich die Krisendauer auf drei Jahre. Und die Wirtschaftskrise von 2008/2009 ist erst im sechsten Jahr 2014 in den USA und Deutschland überwunden worden, in der EU und Japan ist das Vorkrisenniveau auch Ende 2015 nicht überschritten.

Die vierte strukturelle Veränderung: Galoppierende Staatsverschuldung

Zu den auslösenden Faktoren der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 gehörte bekanntlich das internationale Finanzsystem.

 

Die Wucht der Krise war so heftig und tiefgreifend, dass der Zusammenbruch dieses internationale Finanzssystems unmittelbar bevorstand. Zu seiner Rettung pumpten die Regierungen der Industrieländer gigantische Summen in das Wirtschafts- und Finanzsystem.

 

Seitdem grassiert eine galoppierende Staatsverschuldung - die vierte strukturelle Veränderung.

Staatsverschuldung in den USA, Japan, Deutschland und der EU von 2000 bis 2015.

Die Bank für die Internationalen Zahlungsausgleich in Basel, die Bank der Zentralbanken,stellte in ihrem Quartalsbericht von März 2014 fest, dass die weltweiten Staatsschulden von Mitte 2007 auf Mitte 2013 um 80% auf 43 Billionen US-Dollar angestiegen sind (BIZ-Quartalsbericht, März 2014, S. 10, Fassung in deutscher Sprache).

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