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Bollinger Bands für Analyse des Maschinenbaus

Bollinger Bands messen Schwankungen von Produktion und Umsatz im Maschinenbau

Die Bollinger Bands, ein Maß für die Schwankungsbreite von Größen und in der Finanzanalyse weit verbreitet, leistet auch nützliche Dienste für die Analyse von Produktion und Umsatz des Maschinenbaus.

Update 31. Oktober 2018 - Diese Übersicht soll verständlich machen, wie mit Bollinger Bands die Schwankungen von Produktion und Umsatz richtig und hilfreich eingeordnet werden können.

 

Betrachten wir das Diagramm des Umsatzes des Maschinenbaus von 2016 bis 2017 in Milliarden Euro.

Produktion des deutschen Maschinenbaus von 2016 bis 2017.

Welche Linien das Diagramm zeigt

Welche Linien zeigt das Diagramm im einzelnen?

Die blauen oszillierenden Linien kennzeichnen die monatlichen Umsatzwerte in Milliarden Euro. Inmitten dieser Umsatzlinien liegt die dunkelrote Linie der gleitenden jährlichen Mittelwerte der Umsätze.


Die pinkfarbenen Linien veranschaulichen die Schwankungsbreite des Umsatzes. Sie liegen zu beiden Seites des Mittelwertes in einem Abstand von jeweils zwei Standardabweichungen nach oben und nach unten . Diese Konstruktion ist bekannt als Bollinger Bands.

Die Anwendung der Bollinger Bands auf den Umsatz des Maschinenbaus

Nehmen wir die Werte für Januar 2017 als Beispiel.


Im Januar 2017 lag der Umsatz des Maschinenbaus bei 15,9 Mrd. € (im Diagram als blaue Linie). Der Durchschnitt der Umsätze aus den letzten 12 Monaten, also von Februar 2016 bis einschließlich Januar 2017 betrug im Januar 19,1 Mrd. € (im Diagram die dunkelrote mittlere Linie). Der Wert des oberen Bollinger Bands stand im Januar bei 23,0 Mrd. € (oberes pinkfarbenes Band) und des unteren Bollinger Bandes bei 15,2 Mrd. € (unteres pinkfarbenes Band).


Der Umsatz im Januar liegt also um 3,2 Mrd. € unter dem Durchschnitt der vergangenen 12 Monate. Die einfache und klare Aussage ist: der Umsatz liegt niedriger als im Durchschnitt der letzten 12 Monate.


Aber wie ist diese Abweichung von 3,2 Mrd. € einzuordnen, zu beurteilen? Ist sie hoch, sehr hoch oder „normal“ oder sogar sehr niedrig? Das ist ohne weitere Informationen nicht zu beurteilen.  


Solch weitere Informationen liefern die Bollinger Bands.


Für Januar nennen die Bollinger Bands im oberen Band einen Wert von 23,0 Mrd. € und im unteren Band einen Wert von 15,2 Mrd. €. Jeder dieser beiden Werte misst zwei (Standard)Abweichungen von den Durchschnittsumsätzen aus den letzten 12 Monaten, also von Februar des letzten Jahres bis zum aktuellen Januar. Zugleich erfasst die beiden doppelten Standardabweichungen 95% aller Umsatzwerte.  


Das bedeutet für die Einordnung des Januarumsatzes folgendes:

 

  • Die 15,9 Mrd. € liegen innerhalb der Bollinger Bands, gehören also zu den 95% aller Umsatzwerte. Damit ist ein Umsatz von 15,9 Mrd. € kein extrem schlechter Wert, sondern ein Wert im normalen Bereich.

  • Gleichzeitig bedeutet diese Tatsache, dass die 3,2 Mrd. € Abweichung des Januarumsatzes vom Durchschnittsumsatz der letzten 12 Monate ebenfalls keine Extremlage darstellen, sondern im normalen Bereich liegen, normal im Sinne von 95% aller Werte. Danach hätte die Abweichung sogar 3,9 Mrd. € betragen können und läge immer noch im normalen Bereich, also innerhalb der Bollinger Bands.

  • Allerdings liegen die 15,9 Mrd. € nahe am unteren Bollinger Band. Werden sie künftig außerhalb des unteren Bollinger Bands liegen, ist eine extreme Situation eingetreten.


Die Bollinger Bands ermöglichen also die Aussage, dass keine Extremlage vorliegt, weder in der Umsatzhöhe noch im Hinblick auf die Abweichungen dieser Umsatzhöhe vom Durchschnitt der letzten 12 Monate. Allerdings ist in Zukunft erhöhte Aufmerksamkeit geboten für die Situation, dass die Umsatzwerte unterhalb des unteren Bandes liegen sollten.

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