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Umsatz je Beschäftigten signalisiert Stand der Krisenüberwindung

Krisenindikator im Maschinenbau liegt 2018 um 7,1% über Vorkrisenniveau

Update 24. Juni 2019 - Die Maschinenbauer hatten und haben immer noch erheblich zu kämpfen, den tiefen Fall von Produktion und Umsatz durch die Weltwirtschaftskrise zu überwinden.

 

Das gilt auch zehn Jahre nach Ausbruch dieser Krise. Die Tiefe dieser Krise wie ihre Dauer gehören zu den strukturellen Veränderungen, die sich im Verlauf der Industrieproduktion in den führenden Industrieländern seit dem Jahr 2000 entwickelt haben.

 

Wie die Branchenanalyse aufzeigt, setzt sich der Maschinenbau aus Firmen mit ganz unterschiedlicher Größenordnung zusammen.

 

Wir möchten jetzt aufzeigen, wie die Firmen je nach Betriebsgröße um die Überwindung der Krisenfolgen kämpfen und welche Firmengrößen sich dabei leichter tun.

Maschinenbaufirmen nach Betriebsgröße unterschieden

Dazu unterteilen wir den Maschinenbau in sechs Betriebsgrößenklassen gemäß den Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2018. Das sind Maschinenbaufirmen mit

  • weniger als 50 Beschäftigten (40% der Maschinenbaufirmen 2018)
  • 50 bis 99 Beschäftigten (23%)
  • 100 bis 249 Beschäftigten (22%)
  • 250 bis 499 Beschäftigten (9%)
  • 500 bis 999 Beschäftigten (4%)
  • 1.000 und mehr Beschäftigten (2%).

Umsatz je Beschäftigten signalisiert Stand der Krisenüberwindung

Die Kennzahl, die uns die Überwindung der Krisenfolgen verdeutlichen soll, ist der Umsatz je Beschäftigten. Die Beschäftigten in den Maschinenbaufirmen arbeiten mit vollem Einsatz. Der Umsatz dagegen, den sie erwirtschaften, hängt maßgeblich von den weltweiten Marktbedingungen als Folge der Weltwirtschaftskrise ab.

 

Konnte nun der Umsatz je Beschäftigten über das Niveau von vor der Krise hinaus gesteigert werden? Und in welchem Maße ist dies gelungen?.

Krisenindikator stagniert 2018 nach drei Jahren Wachstum

Die Grafik zeigt das Ergebnis für den gesamten Maschinenbau. Der Umsatz je Beschäftigten ist für 2008 gleich 100 gesetzt, so dass auf einen Blick deutlich wird, liegt diese Kennzahl nun über, auf oder unter dem Vorkrisenniveau.

 

Das Ergebnis: Der Umsatz pro Beschäftigten konnte 2014 das Vorkrisenniveau (=100) mit 100,5 erstmals sehr knapp übertreffen und damit das Ende der Krise im Maschinenbau bestätigen.

 

In den folgenden drei Jahren stieg der Krisenindikator weiter mit wachsenden Raten. 2017 erreichte er ein Plus von 7%. 2018 hingegen stagnierte er mit einem Plus von lediglich 0,1 auf 107,1 Indexpunkten.

Umsatz je Beschäftigten im Maschinenbau 2008 bis 2018 als Krisenindikator


Ein differenzierteres Bild bieten die Ergebnisse in den sechs Betriebsgrößen.

Maschinenbaufirmen mit 250 bis 999 Beschäftigten mit überdurchschnittlichen Werten des Krisenindikators 2018

Der Krisenindikator als Umsatz pro Beschäftigten bildet wieder für jede Betriebsgrössenklasse den Wert 100 für 2008.


Der Prozess der Krisenüberwindung verlief in den einzelnen Betriebsgrößenklassen unterschiedlich erfolgreich. Dazu vergleichen wir den Krisenindikator der Betriebsgrössen mit dem Durchschnittswert des Maschinenbaus in Höhe von 107,1.

 

Am erfolgreichsten konnten die Maschinenbaufirmen mit 500 bis 999 Beschäftigten (hellblaue Linie) die Krise überwinden. Ihr Krisenindikator übertraf bereits 2011 (104,9) das Vorkrisenniveau, stieg seitdem kontinuierlich an und erreichte 2018 mit 119,7 den bisher höchsten Wert aller Betriebsgrössen.


Auch Maschinenbaufirmen mit 250 bis 499 Beschäftgten (violette Linie) erzielen einen überdurchschnittlichen Krisenindikator mit 107,3 Indexpunkten.


Die Betriebsgröße von 250 bis 999 Beschäftigten liegt deutlich über der Durchschnittsgröße im Maschinenbau von 171 Beschäftigten pro Betrieb2. Offensichtlich passt eine überdurchschnittliche Betriebsgröße am besten in die weltwirtschaftliche Gemengelange. Gleichzeitig kommen mit dieser Gemengelage die ganz großen Firmen mit 1.000 und mehr Beschäftigten am wenigsten zurecht.

Umsatz je Beschäftigten der Betriebsgrössen im Maschinenbau 2008 bis 2018.

Krisenindikator von Firmen mit 1.000 und mehr Beschäftigten 2018 wieder auf Vorkrisenniveau zurückgefallen

Den Gegenpol bilden die großen Firmen mit 1.000 und mehr Beschäftigten (hellbraune Linie).


Ihr Krisenindikator übertraf das Vorkrisenniveau erst zwei Jahre später 2016, nachdem der Maschinenbau als Ganzes das Vorkrisenniveau überschritten hatte.


Und 2018 ist ihr Krisenindikator mit 99,9 Indexpunkten wieder auf das Vorkrisenniveau von 2008 zurückgefallen.


Was kommt darim zum Ausdruck?


Vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Gemengelage aus Wachstum, Stagnation und Rückgängen mit jährlichen Wachstumsraten in den Industrieländern um 1%, nimmt die Nachfrage nach großen neuen Anlagen ab bzw. stagniert. Bestehende Anlagen werden länger genutzt bzw. nur teilmodernisiert.


Hinzu kommt die Trump-Politik von "America first". Amerikanische Sanktionen gegen Russland, den Iran und in immer größerem Ausmaß gegen China werden als internationales Recht oktroyiert und der Verstoß dagegen geandet. "America first" engt so die Absatzmärkte für nicht amerikanische Konkurrenten ein.


Dies ist der aktuelle "American Way of Life", aus der weltwirtschaftlichen Gemengelage die größtmöglichen Vorteile für amerikanische Konzerne herauszuholen.

Kleinere Maschinenbaufirmen mit unterdurchschnittlichem Krisenindikator 2018

Maschinenbaufirmen mit unter 250 Beschäftigten erreichen 2018 nur einen unterdurchschnittlichen Krisenindikator:

  • Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten haben 2018 einen Krisenindikator von 106,5
  • Bei Firmen mit 50 bis 99 Beschäftigte ist der Krisenindikator 105,9
  • Bei Firmen mit 100 und 249 Beschäftigten ist Krisenindikator von 104,6.

 
Mögliche Gründe dafür sind in Stichworten: weltweit größere Konkurrenz, weniger Zulieferaufträge von den ganz großen Maschinenbaufirmen, reduzierte Absatzmärkte durch US Sanktionen, Trend zu systemischen Automatisierungslösungen, die zusätzliche Investitionen erfordern.

Umsatz je Beschäftigten in Euro

Abschließend zur Information noch die absoluten Zahlen für die Kennzahl Umsatz je Beschäftigten.

Umsatz pro Beschäftigten und Betriebsgröße 2008 bis 2018.

Im Branchendurchschnitt liegt der Umsatz pro Beschäftigten bei 241.192 € im Jahr 2018. Seine Spanne in den Betriebsgrössenklassen im Jahr 2018 beträgt 124.847 €, das sind 52% vom Branchendurchschnitt. Sie reicht von 158.518 € pro Beschäftigten bei Firmen mit unter 50 Beschäftigten bis hin zu 283.365 € bei Firmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern.

 


1) Bekanntlich sind Firmen des Verarbeitenden Gewerbes ab 20 Beschäftigte gesetzlich verpflichtet, Produktion, Umsätze, Beschäftigte u.a. an die Statistischen Ämter zu melden. Diese Zahlen sind deshalb sehr zuverlässig.

2) 2018 gab es im Maschinenbau 1.085.356 Beschäftigte in 6.343 Betrieben gemäß des Statistischen Bundesamtes.

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