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Umsatz je Beschäftigten signalisiert Stand der Krisenüberwindung

Krisenindikator im Maschinenbau 2020 am Tiefpunkt seit Krisenende 2011

Update 15. Oktober 2021 - Die Maschinenbauer hatten erheblich zu kämpfen, den tiefen Fall von Produktion und Umsatz durch die Weltwirtschaftskrise 2008/2009 zu überwinden.

 

Das gilt auch zwölf Jahre nach Ausbruch dieser Krise. Die Tiefe dieser Krise wie ihre Dauer gehören zu den strukturellen Veränderungen, die sich im Verlauf der Industrieproduktion in den führenden Industrieländern seit dem Jahr 2000 entwickelt haben.


Im Jahr 2020 erfolgte nun ein weiterer Einbruch, der sich bereits in den Vorjahren in der Produktion 2018 und im Umsatz 2019 ankündigte. Ein Report beleuchtet dies näher.

 

Wir möchten jetzt aufzeigen, wie die Firmen je nach Betriebsgröße um die Überwindung dieses erneuten Einbruches kämpften und welche Firmengrößen sich dabei leichter tun.

Wie die Branchenanalyse aufzeigt, setzt sich der Maschinenbau aus Firmen mit ganz unterschiedlicher Größenordnung zusammen.

Maschinenbaufirmen nach Betriebsgröße unterschieden

Dazu unterteilen wir den Maschinenbau in sechs Betriebsgrößenklassen gemäß den Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2020 1. Das sind Maschinenbaufirmen mit

  • weniger als 50 Beschäftigten (42% der Maschinenbaufirmen 2020)
  • 50 bis 99 Beschäftigten (23%)
  • 100 bis 249 Beschäftigten (21%)
  • 250 bis 499 Beschäftigten (9%)
  • 500 bis 999 Beschäftigten (3%)
  • 1.000 und mehr Beschäftigten (2%).

Umsatz je Beschäftigten signalisiert Krisenstand und Krisenüberwindung

Die Kennzahl, die uns die Überwindung der Krisenfolgen verdeutlichen soll, ist der Umsatz je Beschäftigten. Die Beschäftigten in den Maschinenbaufirmen arbeiten mit vollem Einsatz. Der Umsatz dagegen, den sie erwirtschaften, hängt maßgeblich von den weltweiten Marktbedingungen ab.

 

Wie hat sich nun der Umsatz je Beschäftigten im Jahr 2020 im Maschinenbau insgesamt entwickelt? Welche Unterschiede zeigen sich in den sechs Betriebsgrößenklassen?

Krisenindikator bricht 2020 auf den bisherigen Tiefpunkt seit Krisenüberwindung 2011

Die Grafik zeigt das Ergebnis für den gesamten Maschinenbau. Der Umsatz je Beschäftigten ist für 2008 gleich 100 gesetzt, so dass auf einen Blick deutlich wird, liegt diese Kennzahl nun über, auf oder unter dem Vorkrisenniveau von 2008.

 

Das Ergebnis: Der Umsatz pro Beschäftigten konnte 2014 das Vorkrisenniveau (=100) mit 100,5 erstmals sehr knapp übertreffen und damit das Ende der Weltwirtschaftskrise im Maschinenbau bestätigen.

 

2019 zeigt der Krisenindikator bereits nach unten. 2020 nun liegt er mit 97,4 Indexpunkten so tief, wie seit der Aufwärtstentwicklung aus dem Krisental 2011 nicht mehr.


Das bedeutet: 2020 ist bisher das schwerste Krisenjahr seit der Aufwärtsentwicklung aus der letzten Weltwirtschaftskrise von 2009/2009.

Umsatz je Beschäftigten im Maschinenbau 2008 bis 2020 als Krisenindikator


Wie hat sich dieser Kriseneinbruch auf die sechs Betriebsgrößenklassen ausgewirkt?

Maschinenbaufirmen mit 500 bis 999 Beschäftigten mit dem besten Wert des Krisenindikators 2020

Der Krisenindikator als Umsatz pro Beschäftigten bildet wieder für jede Betriebsgrössenklasse den Wert 100 für 2008.


Der Kriseneinbruch 2020 verlief in den einzelnen Betriebsgrößenklassen unterschiedlich. Dazu vergleichen wir den Krisenindikator der Betriebsgrössen mit dem Durchschnittswert des Maschinenbaus in Höhe von 97,4.


Drei der sechs Betriebsgrössenklassen bewältigen den Kriseneinbruch überdurchschnittlich:

  • Größere Firmen mit 500 bis 999 Beschäftigten (Krisenindikator 112,6)
  • Kleinere Firmen mit unter 50 Beschäftigten (99,4)
  • Kleinere Firmen mit 50 bis 99 Beschäftigten (99,3).

 

Am erfolgreichsten konnten die Maschinenbaufirmen mit 500 bis 999 Beschäftigten (hellblaue Linie) den Kriseneinbruch bewätligen. Ihr Krisenindikator übertraf mit 112,6 Indexpunkten deutlich das das Durchschnittsniveau von 97,4.

Die kleineren Maschinenbau-Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten (dunkelbraune Linie) sowie mit 50 bis 99 Beschäftigten (dunkelrote Linie) erreichen ebenfalls einen überdurchschnittlichen Krisenindikator von 99,4 bzw. 99,3 und signalisieren damit ihre überdurchschnittliche Fähigkeit der Krisenüberwindung.


Unterdurchschnittlichen Erfolg beim Kriseneinbruch zeigen Firmen mit 100 bis 249 Beschäftigte (grüne Linie). Ihr Krisenindikator liegt 2020 unterdurchschnittlich bei 95,0.


Maschinenbaufirmen mit 250 bis 499 Beschäftgten (violette Linie) weisen den niedrigsten Krisenindikator mit 89,9 auf.

Umsatz je Beschäftigten der Betriebsgrössen im Maschinenbau 2008 bis 2020.

Krisenindikator von Firmen mit 1.000 und mehr Beschäftigten 2020 unter Durchschnitt

Große Firmen mit 1.000 und mehr Beschäftigten (hellbraune Linie) zeigen einen unterdurchschnittlichen Krisenindikator von 93,8 Indexpunkten auf.


Was kommt darim zum Ausdruck?


Vor dem Hintergrund des weltwirtschaftlichen Kriseneinbuches nimmt die Nachfrage nach großen neuen Anlagen ab bzw. stagniert. Bestehende Anlagen werden länger genutzt bzw. nur teilmodernisiert.


Hinzu kommt die US-Politik von "America first". Amerikanische Sanktionen gegen Russland, den Iran und in immer größerem Ausmaß gegen China werden als internationales Recht oktroyiert und der Verstoß dagegen geandet. "America first" engt so die Absatzmärkte für nicht amerikanische Konkurrenten ein.


Dies ist der aktuelle "American Way of Life", aus dem weltwirtschaftlichen Kriseneinbruch die größtmöglichen Vorteile für amerikanische Konzerne herauszuholen.

Umsatz je Beschäftigten in Euro

Abschließend zur Information noch die absoluten Zahlen für die Kennzahl Umsatz je Beschäftigten.

Umsatz pro Beschäftigten und Betriebsgröße 2008 bis 2020.

Im Branchendurchschnitt liegt der Umsatz pro Beschäftigten bei 219.316 € im Jahr 2020. Seine Spanne in den Betriebsgrössenklassen im Jahr 2020 beträgt 122.117 €, das sind 55% vom Branchendurchschnitt. Sie reicht von 148.003 € pro Beschäftigten bei Firmen mit unter 50 Beschäftigten bis hin zu 270.120 € bei Firmen mit 500 bis 999 Mitarbeitern.

 


1) Bekanntlich sind Firmen des Verarbeitenden Gewerbes ab 20 Beschäftigte gesetzlich verpflichtet, Produktion, Umsätze, Beschäftigte u.a. an die Statistischen Ämter zu melden. Diese Zahlen sind deshalb sehr zuverlässig.

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