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Die Schwankungen von Produktion und Umsatz im Maschinenbau

Größere Schwankungsbreite von Produktion und Umsatz des Maschinenbaus seit 2012

Seit dem Jahr 2000  hat sich im Verlauf der weltweiten Industrieproduktion viel verändert, strukturell verändert. Vier strukturelle Veränderungen begannen bereits im Jahr 2000, eine fünfte betrifft den Prozess der Krisenüberwindung. Dieser Report fügt eine sechste hinzu, die der zunehmenden Schwankungsbreite von Produktion und Umsatz am Beispiel des Maschinenbaus.

Update 8. Oktober 2018 - Das Diagramm zeigt den Verlauf der Produktionsindizes in den Jahren von 2000 bis zum ersten Halbjahr 2018. Dieser Zeitraum ist in vier Konjunkturphasen unterteilt, die sich am Verlauf der Trendlinie (mittlere Linie im Diagramm) orientieren.

Produktion des deutschen Maschinenbaus von 2000 bis 2018.

Die beiden pinkfarbenen Bänder gehören zusammen mit der mittleren dunklen Linie zu den Bollinger Bands, einem weit verbreitetem Maß für die Schwankungsbreite von Größen. Die Bollinger Bands werden in der linken Spalte verständlich erläutert.

Kurz gesagt umfassen die pinkfarbenen Bänder 95% der Abweichungen des aktuellen Produktionsindex vom Durchschnittswert der letzten 12 Monate (dunkle mittlere Trendlinie).

Schwankungsbreite der Produktion vergrößert sich um 17% seit 2012 trotz Stagnation

In den vier Kästchen am unteren Rand des Diagramms ist die jweilige Schwankungsbreite der Produktion für die Spanne eines Konjunkturzyklus angegeben.


Von 2000 bis 2004 betrug die Schwankungsbreite der Produktion um den Einjahresdurchschnitt 27,4 Indexpunkte. In der Wachstumsphase nach der Weltwirtschaftskrise von 2000 erhöhte sich die Schwankungsbreite auf 32,3 Indexpunkte, sprang in der letzten Weltwirtschaftskrise auf 43,5 Indexpunkte and pendelte sich nach Überwindung des Krisentiefs auf 37,9 Indexpunkte ein.


Eine Schwankungsbreite von 37,9 Indexpunkten bei einem Wert der Produktionsindizes zwischen 90 und 114 Indexpunkten im ersten Halbjahr 2018 bedeutet, dass die Schwankungen nach oben und unten insgesamt ungefähr 30% der monatlichen Werte ausmachen, ungefähr je 15% Abweichungen nach oben und unten.


Vergleicht man nun die beiden Konjunkturzyklen nach den beiden Weltwirtschaftskrisen von 2000 und 2008, so ist die Schwankungsbreite der Produktion seit 2012 um 17% größer als beim vergleichbaren Konjunkturzyklus von 2005 bis 2008.


Darüber hinaus führt der Vergleich zu der fünften strukturellen Veränderung im Verlauf der Industrieproduktion: Üblicherweise folgt auf eine Wirtschaftskrise eine Aufschwungsphase, ein Boom, ähnlich wie zwischen 2005 und 2008. Nach der Überwindung des Krisentiefs 2012 hingegen stagniert die Produktion des Maschinenbaus im Wesentlichen - und das bei einer vergrößerten Schwankungsbreite.

Zu den Gründen einer größeren Schwankungsbreite bei stagnierender Produktion des Maschinenbaus

Zunächst spiegelt sich hier für den Maschinenbau die Situation der weltweiten Industrieproduktion wider. Der Report zur fünften strukturellen Veränderung kennzeichnet dies so:

 

  • "An die Stelle eines allgemeinen Konjunkturaufschwunges zur Überwindung einer Wirtschaftskrise ist ein uneinheitlicher Prozess der Krisenüberwindung getreten, in dem Wachstum, Stagnation und Rückgänge der Industrieproduktion koexistieren und durch Wechselwirkung eine stagnierende Gesamttendenz erzeugen, um die die Industrieproduktion zeitweise und länderweise auf und ab pendelt."


Dies erfasst die stagnierende Gesamttendenz mit Schwankungen nach oben und unten, aber noch nicht die zunehmenden Schwankungsbreiten (an Börsen als Volatilität bekannt).


Zu den Grundlagen dieser zunehmenden Schwankungsbreiten gehören:

 

  • Die stagnierende Gesamttendenz der Weltwirtschaft ist Ausdruck sinkender Gewinnmargen insbesondere für Erweiterungsinvestitionen. Daher die Zurückhaltung bei Investitionen und der Nachfrage bei Maschinen.

  • Vor diesem Hintergrund hat sich der Wettbewerb beim Verkauf der Maschinen enorm intensiviert. Daher wirken sich bei stagnierender Produktion erfolgreiche wie verlorene Aufträge relativ stärker aus als bei wachsender Produktion.

  • Firmen werfen unter diesen erschwerten Bedingungen das Handtuch, das andere aufgreifen, was ebenfalls die Schwankungen verstärkt.

  • Die aufstrebenden Länder verlieren immer mehr ihren Charakter als Schwellenland und sind teilweise, wie China, weltmarktbeeinflussende Globalplayer geworden. Dies eröffnet sowohl größere neue wie verlorene Aufträge und verstärkt damit die Schwankungen.


Zu den zukünftigen Auswirkungen für den Maschinenbau wird gehören, den Fremdanteil an der Produktion möglichst zu vergrößern, das Produktportfolio breiter zu streuen bzw. eine marktführende Position zu erlangen bzw. auszubauen.

Schwankungsbreite des Umsatzes um 27% auf 7,4 Mrd. € seit 2012 vergrößert bei schwächerem Wachstum

Die Enwicklung des Umsatz wird ganz ähnlich wie bei der Produktion in vier Konjunkturzyklen unterteilt.

Umsatz des deutschen Maschinenbaus von 2000 bis 2018.

Vergleichen wir wieder die Schwankungsbreite des Umsatzes seit 2012 mit der vergleichbaren Konkunkturphase von 2005 bis 2008. Die Schwankungsbreite des Umsatzes liegt seit 2012 bei 7,4 Mrd. €, also um 27% höher als in den Jahren 2005 bis 2008.


Die zuletzt größere Schwankungsbreite des Umsatz ist verbunden mit einem schwächeren Wachstum im Vergleich zu den Jahren 2005 bis 2008.


Zu den vorhin genannten Erklärungsgründen tritt der Preiskampf hinzu, inwiefern der Kunde deutscher Maschinen höhere Funktionsvielfalt und höheres Leistungsvermögen fordert und inwiefern er auch gewillt ist, es zu bezahlen.

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