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Interview mit Dr. Joachim Strobel und Philipp Kremer, KUKA Roboter

Wie KUKA das Engineering von Roboter und Maschinenautomation erleichtert

Die Marktuntersuchung von Quest TechnoMarketing zum Engineering der Automatisierungstechnik im deutschen Maschinenbau haben mehrere Automatisierungshersteller unterstützt. Zu ihnen gehört die KUKA Roboter GmbH, Gersthofen. Thomas Quest spricht mit Dr. Joachim Strobel, Manager Sales Channels und Philipp Kremer, Produktmanager mxAutomation bei der KUKA Roboter, über das Engineering der Roboteranwendung.

Herr Dr. Strobel, Herr Kremer, die Maschinenbauer in Deutschland wollen den Einsatz von Robotern an den Maschinen pro Jahr um rund 10% steigern, wie unsere repräsentative Marktuntersuchung für 2014 aufzeigt. Gleichzeitig gilt der deutsche Maschinenbau wegen seiner starken Stellung auf den Weltmärkten als Benchmark. Entspricht dieser ausgeprägte Wachstumstrend Ihren Beobachtungen?

Roboter unterstützen die "atmende Fabrik"

Kuka ist bekanntlich in der Automobilindustrie stark verankert. Darüber hinaus haben wir frühzeitig das große Potenzial für Effizienzsteigerungen erkannt, das der Roboter im allgemeinen Maschinenbau erschließen kann. Die Maschinenbauer sehen das genauso, wie die Wachstumszahlen bestätigen. Die Gründe hierfür sind im Einzelnen:

  • Verbesserung und Verstetigung der Produktionsqualität
  • Steigerung der Produktivität
  • Verminderung schwer zumutbarer körperlicher Arbeit
  • Einsparung von Personalkosten
  • Umsetzung der Forderung nach der „atmenden Fabrik“, erzwungen durch die Krisen der letzten Jahre.
Dr. Joachim Strobel

Die Kapazitätsauslastung in der Industrie unterliegt in den letzten Jahren stärkeren Schwankungen. Die atmende Fabrik passt sich diesen Schwankungen an. Dabei spielen Roboter an den Maschinen eine wichtige Rolle. Roboter haben es Industriebetrieben ermöglicht, bei sehr guter Auftragslage eine mannlose dritte Schicht an Werkzeugmaschinen einzurichten. Umgekehrt schützt der Robotereinsatz bei schwacher Kapazitätsauslastung die Stammbelegschaft.


Maschinenbauer, die mit Robotern eine atmende Fabrik bei ihren Kunden unterstützen, erzielen natürlich weltweit Wettbewerbsvorteile. Für diese Maschinenbauer ist KUKA der richtige Partner, da wir global agieren, unsere Roboternahezu alle Anwendungen abdecken und die Maschinenbauer auf einen zuverlässigen Support vor Ort vertrauen können.  

 

Wie sieht die globale Marktstellung von KUKA aus?  

 

In Kürze: KUKA ist im Weltmarkt für Industrieroboter die Nummer 2 und in Automotive die Nummer 1.

In diesem Jahr wird jeder zweite Maschinenbauer in den zehn hochautomatisierten Maschinenbau-Branchen in unterschiedlichem Umfang Roboter an den Maschinen einsetzen. Und zwei Drittel dieser Maschinenbauer wollen das Engineering ihrer Roboteranwendungen selbst machen. Dafür führen diese Maschinenbauer vor allem drei Gründe an, nämlich 1. flexibel auf Kundenanforderungen eingehen zu können, 2. das Know-how bleibt im eigenen Hause und 3. man kann selbst die Servicefähigkeit des Roboters gewährleisten. Wie geht KUKA auf diesen Trend ein?

Der Ansatzpunkt, das Engineering zu erleichtern: mxAutomation

KUKA mxAutomation ist in Maschinensteuerungen integriert.

Genau zur Unterstützung eben dieser Eigenschaften haben wir unsere Kommandierungs-Schnittstelle mxAutomation für externe Maschinen-Steuerungen geschaffen.


Mit mxAutomation bleibt der Maschinenbauer in seiner eigenen Engineering-Welt und muss kein roboterspezifisches Engineeringssystem verwenden. Wir gehen davon aus, dass genau deswegen künftig deutlich mehr als nur zwei Drittel der Maschinenbauer das Engineering selbst machen bzw. einen Wechsel von proprietären Kinematiken auf Standardroboter von KUKA vornehmen werden.

 

Aber Roboter bieten eine große Bewegungsvielfalt, die nur eine spezifische Robotersprache ausschöpft. So liegt doch ein Engineering, ganz spezifisch auf den Roboter zugeschnitten, nahe, oder nicht? Diese Situation mag auch den einen oder anderen Maschinenbauer bisher vom Robotereinsatz abgehalten haben. Wie verändert denn die Kommandierungs-Schnittstelle mxAutomation das Engineering der Roboteranwendung?

mxAutomation im Maschinenbau, speziell an Werkzeugmaschinen und Kunststoffmaschinen, in der Verpackungstechnik und der Elektronikproduktion

Diese Schnittstelle kommt gerade im allgemeinen Maschinenbau zum Tragen, also überall dort, wo der Roboter die Rolle einer ergänzenden, intelligenten Komponente an der Maschine spielt.

Foto von Philipp Kremer, KUKA Roboter.
Philipp Kremer

Nehmen wir eine Werkzeugmaschine mit einer Sinumerik von Siemens. Der Roboter führt Teile zur Bearbeitung heran und holt sie wieder ab bzw. führt ergänzende Bearbeitungsschritte wie Entgraten aus.


Mit mxAutomation knüpft der Maschinenprogrammierer unmittelbar an sein Know-how über Programmierung von Maschinen an und nutzt es für die Programmierung des Roboters. Dabei bleibt der Maschinenprogrammierer innerhalb des Engineeringsystems für die Sinumerik („NC-Sprache“), für den Roboter entfällt ein separates Engineeringsystem.  


Voraussetzung hierfür sind die Installation des Softwarepakets Sinumerik Operate Run MyRobot von Siemens® und ein Roboter mit KUKA.PLC mxAutomation als Schnittstelle. Dann erfolgt nach Grundinbetriebnahme des Roboters das gesamte weitere Engineering und auch später die Bedienung und Diagnose von Roboter und Maschine über die Sinumerik Oberfläche.


Das erleichtert ganz entscheidend das Engineering: Der Maschinenbauer nutzt sein Know-how und spart Zeit, er steigert also die Effizienz seines Engineerings und mit dem Roboter zugleich die Leistungsfähigkeit der Maschine. Darüber hinaus erhöht mxAutomation die Möglichkeit des Maschinenbauers, sich auf Kundenwünsche flexibel, weil zeitsparend einzustellen.


Beim Einrichten und Umrüsten sowohl beim Maschinenbauer, wie auch beim Kunden entfällt übrigens auch die Notwendigkeit des Arbeitens mit 2 Handtableaus: durch entsprechendes Kanalumschalten auf einem HT8 kann auch hier der Maschinentechniker in seiner Maschinenwelt bleiben: der Roboter wird als Teil der Maschine wahrgenommen.


Gibt es weitere Branchenanwendungen?  


Natürlich, zum Beispiel im Kunststoffbereich bei spritzgegossenen, blas- oder thermogeformten Formteilen oder medizinischen Produkten ermöglicht mxAutomation, den Roboter an der Kunststoffmaschine in derselben Systematik ("Iconsprache") anzuzeigen, zu bedienen und zu programmieren, wie es Anwender von ihren Kunststoffmaschinen gewohnt sind. Ähnlich verhält es sich in der Verpackungstechnik oder beim Handhaben von Elektronikteilen.


Zur Seite 2 des Interviews mit den Themen:

  • Wie mxAutomation softwaremäßig realisiert ist
  • Die Integration von mxAutomation in Steuerungen
  • Wie der Maschinenbauer kundenspezifische Software integrieren kann
  • Die Tools zur richtigen Auswahl des Roboters
  • Beim Anwender single point of operation durch mxAutomation
  • Einfacherer Service des Endkunden durch mxAutomation
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Logo von KUKA Roboter GmbH

Über die KUKA Roboter Gruppe


Die KUKA Roboter GmbH mit Hauptsitz in Augsburg ist ein Unternehmen der KUKA Aktiengesellschaft und gilt als einer der weltweit führenden Anbieter von Industrierobotern.

Die Kernkompetenzen liegen in der Entwicklung und Produktion sowie im Vertrieb von Industrierobotern, Steuerungen und Software. Das Unternehmen ist Marktführer in Deutschland und Europa, weltweit an dritter Stelle.

Die KUKA Roboter GmbH beschäftigt weltweit etwa 3400 Mitarbeiter. In 2013 wurde ein Umsatz von 754,1 Mio. Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen ist mit 28 Niederlassungen in den wichtigsten Märkten Europas, Amerikas und Asiens vertreten.

 

KUKA Aktiengesellschaft
Zugspitzstr. 140
86165 Augsburg

Telefon 0821-797-4000

>> E-Mail an KUKA Roboter GmbH

>> KUKA Roboter im Internet


"Ich beantworte gerne...


...Ihre Fragen rund um mxAutomation".

Foto von Philipp Kremer, KUKA Roboter
Philipp Kremer

Mehr Informationen

KUKA Prospekt für mxAutomation.
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