Industrieproduktion Deutschlands 2008 - 2019 Oktober

Industrieproduktion Deutschlands sinkt 2019 und befindet sich in einer Krise mit einem Rückgang von 1,4% p.a. seit 2018

Die Industrieproduktion Deutschlands wird im Trend Magazin bereits untersucht im Zusammenhang mit der Industrieproduktion in den wichtigsten Exportländern. In diesem Report geht es um Deutschlands Industrieproduktion seit dem Vorkrisenjahr 2008 bis zu den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes.

Update 6. Dezember 2019 - Das Diagramm zeigt die Originalwerte des Produktionsindexes über einen Zeitraum von über zehn Jahren von 2008 bis 2019. Die gestrichelte Linie kennzeichnet den Trend der jeweils letzten zwölf Monate. Damit identifiziert er einfach und transparent die Richtung im Verlauf der Industrieproduktion.


Zwei Phasen im Trendverlauf der Industrieproduktion werden sichtbar.

Industrieproduktion Deutschlands von 2008 bis 2019.

Über zehn Jahre Industrieproduktion unterteilt in zwei Phasen

Die Industrieproduktion bzw. ihr Trendverlauf benötigte acht Jahre von 2008 bis Ende 2015, um das Vorkrisenniveau von September 2008 (Trend 99,8 Indexpunkte) im Dezember 2015 (Trend 100,0 Indexpunkte) zu übertreffen. Innerhalb dieses Zeitraumes blieb das Wachstum der Produktion in den Jahren 2010/2011 sowie 2014/2015 gemessen am Durchschnitt der jeweils letzten zwölf Monate unter dem Vorkrisenniveau.

Zu Beginn des Jahres 2016 überstieg der Wachstumstrend der Produktion erstmals und beständig das Vorkrisenniveau. Dieses Trendwachstum liegt seitdem bei 0,6% pro Jahr von Januar 2016 bis Oktober 2019.  


Seit 2018 aber stagnierte zunächst der Trend der industriellen Produktion in Deutschland in einem Auf und Ab. Im Oktober 2018 hatte das Trendwachstum mit 106,5 Indexpunkten noch den höchsten Wert seit der Weltwirtschaftskrise erreicht. Seitdem sinkt das Trendwachstum kontinuierlich.


So verzeichnet der Trend der Industrieproduktion in Deutschland seit Anfang 2018 einen Rückgang von 1,4% pro Jahr.


Wie geht es in der Zukunft weiter?

2019 ist die Industrieproduktion Deutschlands in der Krise

Im Februar 2019 stellte das Trend Magazin fest:

  • "Es ist wahrscheinlich, dass der Wachstumstrend 2019 in eine Stagnation übergeht, die sich zu einer krisenhafte Entwicklung verändern kann."  


Seit den Aprildaten ist offensichtlich, dass die Stagnation in einen Rückgang der Industrieproduktion und damit in eine Krise übergegangen ist.


Die Begründung dafür folgt zunächst aus der Weltwirtschaft, die durch eine Gemengelage aus Wachstum, Stagnation und Rückgang gekennzeichnet ist. Diese Gemengelage trat an die Stelle eines allgemeinen Konjunkturaufschwungs, der früher üblicherweise auf eine Krise folgte. Diese Gemengelage ist labil und die Faktoren ihrer Aufrechterhaltung schwächen sich immer weiter ab. Dazu gehört die galoppierende Staatsverschuldung, deren Fortsetzung immer höhere Risiken schafft. Dazu gehört die Industrieproduktion in China, deren Wachstumsraten sich abschwächen. Dazu gehört die aggressive US-Politik unter Trump und die Herausbildung eines neuen, bipolaren Machtgefüges auf der Welt mit den beiden Hauptpolen USA und China. Alle drei Faktoren engen die Weltwirtschaft ein.  


Stagnation und Rückgang der Industrieproduktion 2019 in Deutschland können auch aus ihrem bisherigen Verlauf abgeleitet werden.  


Seit Beginn der Wachstumsphase Anfang 2016 bildete die Produktion immer wieder höhere Hochs und höhere Tiefs aus – typisch für eine Wachstumsphase.  


Aber das änderte sich im Jahr 2018. Die Produktion konnte die Hochs der Vorjahre (117,9 Indexpunkte im November 2017) nicht mehr übertreffen, sie wuchs also nicht mehr stärker. Ihr Spitzenwert in 2018 lag nur mehr bei 113,3 Indexpunkten im November 2018. Gleichzeitig lagen 2018 auch die Produktionstiefs höher als die Tiefs in der Wachstumsphase. Die Produktionsentwicklung flacht sich also ab – beginnende Stagnation. 


Seit Februar 2019 ist das Trendwachstum der Industrieproduktion rückläufig, das heißt im Trend sinkt die Industrieproduktion in Deutschland und befindet sich damit in einer Krise.


Wie lange diese Krise anhält und ob sie sich weiter vertieft, ist offen. Dass sie von einem erneuten Wachstum abgelöst wird, ist sehr unwahrscheinlich. Dass der Rückgang zunimmt und Teil einer erneuten Weltwirtschaftskrise wird, ist im ökonomischen und politischen Gesamtzusammenhang wahrscheinlich.

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