Industrieproduktion Deutschlands 2008 - 2020 April

Industrieproduktion Deutschlands in einer Krise, Trend sinkt um 5% p.a. seit November 2018

Die Industrieproduktion Deutschlands wird im Trend Magazin bereits untersucht im Zusammenhang mit der Industrieproduktion in den wichtigsten Exportländern. In diesem Report geht es um Deutschlands Industrieproduktion seit dem Vorkrisenjahr 2008 bis zu den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes.

Update 9. Juni 2020 - Das Diagramm zeigt die Originalwerte des Produktionsindexes über einen Zeitraum von zwölf Jahren von 2008 bis 2020. Die gestrichelte Linie kennzeichnet den Trend der jeweils letzten zwölf Monate. Damit identifiziert er einfach und transparent die Richtung im Verlauf der Industrieproduktion.


Zwei Phasen im Trendverlauf der Industrieproduktion werden sichtbar, eine Wachstums- und eine Krisenphase.

Industrieproduktion Deutschlands von 2008 bis 2020.

Wachstumstrend über 5 Jahre von Anfang 2013 bis Oktober 2018

Die Industrieproduktion bzw. ihr Trendverlauf benötigte drei Jahre von Ende 2009 bis Mitte 2012, um aus dem Tief der Weltwirtschaftskrise von 2008/2009 herauszukommen. Nach einem halbjährlichen Rückgang setzte eine mehr als fünfjährige Wachstumsphase von März 2013 bis Oktober 2018 ein. Der Rate dieses Wachstumstrends betrug 1,8% p.a.

Krise der Industrieproduktion Deutschlands seit November 2018

Frühzeitig stellte das Trend Magazin im Februar 2019 fest:

  • "Es ist wahrscheinlich, dass der Wachstumstrend 2019 in eine Stagnation übergeht, die sich zu einer krisenhafte Entwicklung verändern kann."  


Im Oktober 2018 erreichte der Wachstumstrend der Industrieproduktion mit 106,5 Indexpunkten seinen höchsten Wert. Seitdem zeigt der Trend der Industrieproduktion abwärts.


Die Begründung dafür folgt zunächst aus der Weltwirtschaft, die durch eine Gemengelage aus Wachstum, Stagnation und Rückgang gekennzeichnet ist. Diese Gemengelage trat an die Stelle eines allgemeinen Konjunkturaufschwungs, der früher üblicherweise auf eine Krise folgte. Diese Gemengelage ist labil und die Faktoren ihrer Aufrechterhaltung schwächen sich immer weiter ab. Dazu gehört die galoppierende Staatsverschuldung, deren Fortsetzung immer höhere Risiken schafft. Dazu gehört die Industrieproduktion in China, deren Wachstumsraten sich abschwächen. Dazu gehört die aggressive US-Politik unter Trump und die Herausbildung eines neuen, bipolaren Machtgefüges auf der Welt mit den beiden Hauptpolen USA und China. Alle drei Faktoren engen die Weltwirtschaft ein.  


Ende des Wachstumstrends und Rückgang der Industrieproduktion Ende 2018 in Deutschland können auch aus ihrem bisherigen Verlauf abgeleitet werden.  


Das stärkste Wachstum innerhalb der fünfjährigen Wachstumsphase von 2013 bis 2018 setzte Anfang 2016 ein. Die Produktion erreichte immer wieder höhere Hochs und höhere Tiefs aus – typisch für eine Wachstumsphase.  


Aber das änderte sich im Jahr 2018. Die Produktion konnte die Hochs der Vorjahre (117,9 Indexpunkte im November 2017) nicht mehr übertreffen, sie wuchs also nicht mehr stärker. Ihr Spitzenwert in 2018 lag nur mehr bei 113,3 Indexpunkten im November 2018. Das Produktionswachstum flachte sich also ab – beginnende Stagnation, die dann in einen Produktionsrückhgang mündete.


Seit November 2018 sinkt der Trend der Industrieproduktion mit einer Rate von 5.0% p.a. bis April 2020.


Dass der Rückgang zunimmt und Teil einer erneuten Weltwirtschaftskrise wird, ist im ökonomischen und politischen Gesamtzusammenhang wahrscheinlich.

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