WeltwirtschaftPerspektiven > Aktuelle Trends der weltweiten Industrieproduktion

Fünf strukturelle Veränderungen

 

1. Kürzere Abfolge der Wirtschaftskrisen

2. tiefere Krisen

3. längere Krisenüberwindung

4. galoppierende Staatsverschuldung

5. statt Konjunkturaufschwung uneinheitliche Krisenüberwindung, in der Wachstum, Stagnation und Rückgänge der Industrieproduktion koexistieren und erzeugen eine stagnierende Gesamttendenz.


Weltweite Industrieproduktion 2019 H1

Stagnation und Rückgang überwiegen im Verlauf der weltweiten Industrieproduktion im ersten Halbjahr 2019

Symbolbild Weltwirtschaft

Die weltweite Industrieproduktion beleuchten vier Reporte. Dieser Report untersucht quartalsweise die Lage der weltweiten Industrieproduktion und ihre Perspektive. Ein Report behandelt die strukturellen Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion, ein Report beleuchtet die Zeit vom Ausbruch der Wirtschaftskrise bis 2018 und schließlich zeigt ein Report die strukturell veränderte Krisenüberwindung auf.

28. August 2019 – Die Auswahl der untersuchten Länder umfasst 82% der Maschinenexporte aus Deutschland. Das sind die drei Ländergruppen Industrieländer (EU, USA, Japan), BRIC Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) und MIST Länder (Mexiko, Indonesien, Südkorea und Türkei). Die Analyse der Trends erfolgt auf der Grundlage von fünf strukturellen Veränderungen im Verlauf der Industrieproduktion seit 2000. Diese sind in Stichworten links aufgeführt.

Stagnation und Rückgang der Industrieproduktion in den Industrieländern im ersten Halbjahr 2019

Symbolbild Industrieländer.

Die Gruppe der Industrieländer nimmt 60% der deutschen Maschinenexporte auf.

Im ersten Halbjahr 2019 (blau-unterlegter Bereich im Diagramm) steigt lediglich die Industrieproduktion in den USA gegenüber 2018 leicht an. Das zweite Quartal verzeichnet einen Rückgang gegenüber dem ersten Quartal.

 

In den anderen drei Industrieländern bzw. - regionen sinkt die Industrieproduktion im ersten Halbjahr. Das betrifft die EU und Japan sowie am stärksten Deutschland. Dort sinkt die Industrieproduktion in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen auf das Niveau von 2016.

Industrieproduktion in den Industrieländern von 2008 bis 2019.

Es koexistieren also Stagnation und Rückgang in der Gruppe der Industrieländer. Das leichte Wachstum in den USA liegt zuletzt lediglich 0,6 Indexpunkte über dem Niveau von 2018.

Wachstum und Rückgang der Industrieproduktion in den BRIC Ländern im ersten Halbjahr 2019

BRIC Länder

Auch in den BRIC Ländern, die 15% der Maschinenexporte aus Deutschland aufnehmen, stehen dem Wachstum in einzelnen Ländern Rückgänge in anderen Ländern im ersten Halbjahr gegenüber.

 

  • Indiens Industrieproduktion wuchs deutlich 2018, Zahlen für das erste und zweite Quartal 2019 liegen noch immer nicht vor.
Industrieproduktion in den BRIC-Ländern von 2008 bis 2019.
  • Russlands Industrieproduktion wuchs 2018 kräftig. Zahlen für das erste und zweite Quartal 2019 liegen jedoch von der OECD noch immer nicht vor.

  • Brasiliens Industrieproduktion sinkt wieder im ersten Halbjahr auf das Niveau von 2017.

Wachstum und Rückgänge auch bei den MIST Ländern im ersten Halbjahr 2019

Industrieproduktion der MIST Länder 2007 - 2014Q1

Die MIST Länder mit 6% Anteil am Maschinenexport bieten ein ähnliches, gemischtes Gesamtbild.

 

  • Indonesiens Industrieproduktion wächst weiter dynamisch im ersten Quartal und sinkt im zweiten. Die Industrieproduktion bleibt allerdings mit fast 4 Indexpunkten über dem Niveau von 2018.

  • In der Türkei bricht die Industrieproduktion im ersten Halbjahr um zwei Indexpunkte ein und liegt damit unter dem Niveau des Jahres 2017.

  • Südkoreas Industrieproduktion liegt im ersten Halbjahr noch um knapp 2 Indexpunkte unter dem Niveau von 2018.

  • Mexikos Industrieproduktion stagnierte 2017. Seitdem liefert die OECD keine Zahlen zu Mexiko.
Industrieproduktion in Mexiko, Indonesien, Südkorea und Türkei (MIST) von 2008 bis 2019.

Die Prognose für 2019

Die aggressive Handelspolitik der US-Regierung unter Trump kann durchaus zum Auslöser einer neuen Weltwirtschaftskrise werden. Der Hintergrund der Trump-Politik ist ein signifikanter Tempoverlust der USA vor allem im Vergleich zu China. Zwei Zahlen mögern das veranschaulichen:
 


Schutzzölle, politischer Druck und Erpressung signalisieren die Schwäche der USA und werden die US-Wirtschaft nicht wie erhofft stärken. Das erhöht signifikant die Kriegsgefahr. Der Pentagon-Berater Graham Allison hat dies in seinem 2017 erschienenen Buch „Destined for War“ versucht, darzulegen. Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping hat gegenüber amerikanischen Journalisten dieses Buch erwähnt.

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