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Marktuntersuchung im deutschen Maschinenbau

Mehr elektronische Antriebe an den Maschinen bis 2016

Die Maschinenbauer erweitern auch in der Zukunft bis 2016 den Anwendungsbereich der elektronischen Antriebstechnik an den Maschinen. Der Servo gehört dabei zu den bevorzugten Antrieben. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Marktuntersuchung von Quest TechnoMarketing.

Starkes Wachstum von Servos an den Maschinen

23. Oktober 2013 - Die Maschinenbauer erwarten, die Stückzahlen ihrer Maschinen bis 2016 um 11% steigern zu können, wie das Quest Trend Magazin berichtet hat.

 

Die Anzahl der elektronischen Antriebe an diesen Maschinen soll allerdings noch stärker zunehmen, nämlich um 16% bis 2016. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 3,7%.

 

Damit setzen die Maschinenbauer im Durchschnitt 10 elektronische Antriebe pro Maschinen im Jahr 2016 ein.

 

Schließlich machen Servoantriebe ihren Eigenschaften alle Ehre und beschleunigen ihren Einsatz dynamisch um 36%, also jährlich um 8% bis 2016.

 

Mit diesen Planungen prägen die Maschinenbauer zwei Zukunftstrends:

  • Elektronische Antriebe erobern sich mehr und mehr Anwendungen an den Maschinen.
  • Servos gehören dabei zu den bevorzugten Antrieben.

Der Einsatz von Servos bis 2016 im Maschinenbau.
Quelle: Marktuntersuchung von Quest TechnoMarketing "Die Zukunft des Servoeinsatzes bis 2016 im deutschen Maschinenbau".

Erwartetes Wachstum unterscheidet sich in den Branchen

Von diesen durchschnittlichen Wachstumsraten bis 2016 gibt es natürlich in den einzelnen Branchen des Maschinenbaus Abweichungen.

 

Der Einsatz der elektronischen Antriebstechnik wird in den zehn untersuchten Branchen zwischen 4% und 41% bis 2016 steigen. Beim Servoeinsatz reichen die Wachstumsraten in den Branchen von 2% bis zum Anderthalbfachen.

Zu den Gründen für das Wachstum der elektronischen Antriebstechnik

Mit dem wachsenden Einsatz der elektronischen Antriebstechnik bestätigen die Maschinenbauer ihre bekannten und bewährten Überlegungen und Aktionen.

 

So unterstreicht ein Hersteller von Gummi- und Kunststoffmaschinen seine langjährigen Erfahrungen:

  • „Trotz gleichbleibender Maschinenanzahl zeigt die Erfahrung, dass im Zeitraum von drei Jahren ca. 20% mehr elektronische Antriebe zum Einsatz kommen werden z.B. durch Ersatz der mechanischen durch elektronische Kopplung.“

 

Diese allgemeine Tendenz, mechanische durch elektronische Kopplung zu ersetzen, bestätigt ein Verpackungsmaschinenbauer:

  • „Die Königswelle wird ersetzt, dadurch mehr Servomaschinen.“

 

Ein Hersteller von Gummi und Kunststoffmaschinen deutet die zunehmende Funktionalität von Maschinen und damit steigende Achszahlen an:

  • „Die Anlagen sind höchst unterschiedlich, mal größer, mal kleiner. Zurzeit gibt es eine gewisse Tendenz, dass die Maschinen größer werden, dafür weniger Stückzahlen. Weil die Maschinen größer werden, steigen damit auch die Achszahlen.“

 

Dass diese allgemeine Tendenz der zunehmenden Funktionalität zu mehr elektronischen Antrieben führt, bestätigt auch ein Hersteller von Bau- Glas- Keramikmaschinen:

  • „Der große Teil der Siebmaschinen kommt ohne geregelte Antriebstechnik aus. Nur wenn der Kunde spezielle Siebmaschinen fordert, für die die Wellen synchronisiert werden müssen, dann benötigt man geregelte Antriebstechnik.“

 

Eine allgemeine Tendenz ist die nach höherer Energieeffizienz, die zu mehr geregelten Antrieben führt:

  • „Der Anteil der geregelten Gebläse wird vielleicht noch steigen, weil wegen der Energieeffizienz mehr Gebläseantriebe geregelt sein müssen.“ (Fördertechnik)

Faktoren, die den wachsenden Einsatz elektronischer Antriebe hemmen

Es gibt auch mindestens zwei Gegentendenzen zum wachsenden Einsatz der elektronischen Antriebstechnik.

 

Der verstärkte Einsatz von Robotern, den die Quest Studie „Die Zukunft des Robotereinsatzes bis 2014 im deutschen Maschinenbau“ bereits aufgezeigt hat, verlagert elektronische Antriebe von der Maschine auf den Roboter:

  • „Wir erwarten zwar eine höhere Maschinenanzahl, aber die Antriebskomponenten werden eher sinken, weil zunehmend stärker Robotik eingesetzt wird.“ (Robotik und Automation)
  • „Die Tendenz geht zu Mehrachs-Maschinen, vor allem mit Robotereinsatz, wo ein Master bis zu 10 oder 15 Nebenachsen hat.“ (Verpackungsmaschinen)

 

Die Exportmärkte können den wachsenden Einsatz elektronischer Antriebstechnik bremsen.

  • „Die künftige Entwicklung hängt ganz stark vom Markt ab…Wenn wir beispielsweise mehr nach Russland liefern und dort kommt man mit Servotechnik nicht zurecht, dann ändert sich vielleicht auch die Antriebstechnik.“ (Bau-, Glas-, Keramikmaschinen)

Die Wachstumserwartungen durch Marktuntersuchung fundiert

Weitere detaillierte Ergebnisse enthält die 160 Seiten umfassende Quest-Studie „Die Zukunft des Servoeinsatzes bis 2016 im deutschen Maschinenbau“. Dazu interviewte Quest TechnoMarketing 28% der Maschinenbauer in zehn Branchen mit 100 und mehr Beschäftigten Anfang 2013.

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