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Umsatz je Beschäftigten signalisiert Stand der Krisenüberwindung

Krisenindikator im Maschinenbau liegt 2016 um 4,1% über Vorkrisenniveau

Update 30. April 2018 - Die Maschinenbauer hatten und haben immer noch erheblich zu kämpfen, den tiefen Fall von Produktion und Umsatz durch die Weltwirtschaftskrise zu überwinden.

 

Das gilt auch acht Jahre nach Ausbruch dieser Krise. Die Tiefe dieser Krise wie ihre Dauer gehören zu den strukturellen Veränderungen, die sich im Verlauf der Industrieproduktion in den führenden Industrieländern seit dem Jahr 2000 entwickelt haben.

 

Wie die Branchenanalyse aufzeigt, setzt sich der Maschinenbau aus Firmen mit ganz unterschiedlicher Größenordnung zusammen.

 

Wir möchten jetzt aufzeigen, wie die Firmen je nach Betriebsgröße um die Überwindung der Krisenfolgen kämpfen und welche Firmengrößen sich dabei leichter tun.

Maschinenbaufirmen nach Betriebsgröße unterschieden

Dazu unterteilen wir den Maschinenbau in sechs Betriebsgrößenklassen gemäß den Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2016. Das sind Maschinenbaufirmen mit

  • weniger als 50 Beschäftigten (knapp 40% der Maschinenbaufirmen 2016)
  • 50 bis 99 Beschäftigten (24%)
  • 100 bis 249 Beschäftigten (21%)
  • 250 bis 499 Beschäftigten (9%)
  • 500 bis 999 Beschäftigten (4%)
  • 1.000 und mehr Beschäftigten (2%).

Umsatz je Beschäftigten signalisiert Stand der Krisenüberwindung

Die Kennzahl, die uns den Kampf um die Überwindung der Krisenfolgen verdeutlichen soll, ist der Umsatz je Beschäftigten. Die Beschäftigten in den Maschinenbaufirmen arbeiten mit vollem Einsatz. Der Umsatz dagegen, den sie erwirtschaften, hängt maßgeblich von den weltweiten Marktbedingungen als Folge der Weltwirtschaftskrise ab.

 

Konnte nun der Umsatz je Beschäftigten über das Niveau von vor der Krise hinaus gesteigert werden? Das spräche für die Überwindung der Krise.

Krisenindikator 2014 bis 2016 über Vorkrisenniveau

Die Grafik zeigt das Ergebnis für den gesamten Maschinenbau. Der Umsatz je Beschäftigten ist für 2008 gleich 100 gesetzt, so dass auf einen Blick deutlich wird, liegt diese Kennzahl nun über, auf oder unter dem Vorkrisenniveau.

 

Das Ergebnis: Der Umsatz pro Beschäftigten konnte 2014 das Vorkrisenniveau (=100) mit 100,5 erstmals sehr knapp übertreffen, liegt 2015 mit 102,2 um 2,2% und 2016 mit 104,1 um 4,1% über dem Vorkrisenstand von 2008.

Umsatz je Beschäftigten im Maschinenbau 2008 bis 2016 als Krisenindikator

Ein differenzierteres Bild bieten die Ergebnisse in den sechs Betriebsgrößen.

Der Stand der Krisenbewältigung in den sechs Betriebsgrößen

Der Krisenindikator als Umsatz pro Beschäftigten bildet wieder für jede Betriebsgrössenklasse den Wert 100 für 2008.


Der Krisenindikator für den gesamten Maschinenbau über alle Betriebsgrössen hinweg (rote gestrichelte Linie) übertrifft erstmals 2014 das Vorkrisenniveau knapp mit 100,5 Indexpunkten. In den beiden Folgejahren steigt dieser Wert auf 102,2 und 104,1 Indexpunkte (2016). Damit signalisiert der Krisenindikator die Überwindung der Weltwirtschaftskrise im gesamten Maschinenbau für das Jahr 2014.


Der Prozess der Krisenüberwindung verlief in den einzelnen Betriebsgrößenklassen unterschiedlich erfolgreich.

Umsatz je Beschäftigten der Betriebsgrössen im Maschinenbau 2008 bis 2016.

Am erfolgreichsten konnten die Maschinenbaufirmen mit 500 bis 999 Beschäftigten (hellblaue Linie) die Krise überwinden. Der Krisenindikator dieser Firmen übertraf bereits 2011 (104,9) das Vorkrisenniveau und stieg seitdem kontinuierlich an und erreichte 2016 mit 117,6 seinen bisher höchsten Wert.


Ähnlich erfolgreich schlugen sich die kleineren Maschinenbaufirmen. Firmen mit 50 bis 99 Beschäftigten (dunkelblaue Linie) übertreffen 2011 und 2012 leicht ihren Vorkrisenstand, unterschreiten ihn dann wieder für zwei Jahre und liegen 2015 mit 102,1 und 2016 mit 103,3 Indexpunkten wieder über dem Vorkrisenstand. Maschinenbauer mit weniger als 50 Beschäftigten erreichen 2012 erstmals einen Krisenindikator über dem Vorkrisenniveau mit 101,0 Indexpunkten, erneut 2014 (101,5) und 2016 100,8 Indexpunkte. 


Erst 2015 gelingt es Maschinenbauern mit 250 und 499 Beschäftigten und 2016 ihren Umsatz pro Beschäftigten über das Vorkrisenniveau mit 100,4 (2015) und 100,6 (2016) zu steigern.


Der Krisenindikator von Maschinenbauern mit 100 bis 249 Beschäftigten liegt lediglich 2011 mit 101,7 Indexpunkten über Vorkrisenstand und pendelt seitdem zwischen 96,8 (2014) und 99,8 Indexpunkten (2016).

Den ganz großen Maschinenbauern mit 1.000 und mehr Beschäftigten gelingt es 2016 erstmals ihren Vorkrisenstand mit 101,3 Indexpunkten zu übertreffen.

Umsatz je Beschäftigten in Euro

Abschließend zur Information noch die absoluten Zahlen für die Kennzahl Umsatz je Beschäftigten.

Umsatz pro Beschäftigten und Betriebsgröße 2008 bis 2016.

Im Branchendurchschnitt liegt der Umsatz pro Beschäftigten bei 234.533 € im Jahr 2016. Seine Spanne vom kleinsten zum größten Wert beträgt 137.200 €, das sind 58% vom Branchendurchschnitt. Sie reicht von 150.100 € pro Beschäftigten bei Firmen mit unter 50 Beschäftigten bis hin zu 287.300 € bei Firmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern.

 


1) Bekanntlich sind Firmen des Verarbeitenden Gewerbes ab 20 Beschäftigte gesetzlich verpflichtet, Produktion, Umsätze, Beschäftigte u.a. an die Statistischen Ämter zu melden. Diese Zahlen sind deshalb sehr zuverlässig.

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