Meinung

US Politik im indo-pazifischen Raum ist auf Heuchelei gegründet

15. November 2018 - Mike Pence, der Vizepräsident der USA, erklärt vor dem Gipfel der Vereinigung südostasiatischer Staaten:

  • „Our vision for the Indo-Pacific excludes no nation. It only requires that nations treat their neighbours with respect, and respect the sovereignty of our nations and international rules and order.” („Unsere Vision für den Indopazifischen Raum schließt keine Nation aus. Sie fordert lediglich, dass Nationen ihre Nachbarn mit Respekt begegnen und die Souveränität unserer Nationen sowie internationales Recht und Ordnung respektieren“ – eigene Übersetzung)  


Gerne! Einverstanden!


Haben die Regierungen der USA Respekt gegenüber Nachbarn und Internationalen Regeln im Indopazifischen Raum praktiziert?  


1945 Abwurf von zwei Atombomben über die Bewohner von Hiroshima und Nagasaki, die auf einen Schlag über 70.000 Menschen töteten und jahrzehntelange Folgeschäden verursachten.  


1953 Koreakrieg in einem Land, dass über 10.000 km Luftlinie von den USA entfernt liegt. Bis heute sind fast 30.000 US Truppen in Südkorea stationiert.  


1965 bis 1973 führten die USA in dem fast 14.000 km entfernten Vietnam einen der brutalsten Kriege mit grausamster Bombardierung, Einsatz von Napalm und chemischen Waffen.  


Von 2001 bis heute führen die USA einen Krieg gegen das 12.000 km entfernte Afghanistan.   Die USA haben seit 2004 über Pakistan 330 Drohneneinsätze geflogen und dabei über 2.200 Menschen getötet. (Wikipedia, Eintrag Drohnenangriffe in Pakistan)  


Was uns Pence sagen will, ist dies: „Respekt gegenüber Nachbarn“ – soweit sie auf der Seite der welthegemonialen US-Politik stehen. Aber Krieg und Unterdrückung, soweit dies nicht der Fall ist.  


Weiter will uns Pence sagen, dass sich die USA an „Internationale Regeln“ halten – soweit diese dem Interesse der USA entsprechen. Aber Bruch des Völkerrechts, soweit es dem hegemonialen US-Interesse entgegensteht.  


Mit abgrundtiefer Heuchelei versucht die US-Politik allen friedliebenden Menschen ihr welthegemoniales Bestreben schmackhaft zu machen. Halten wir uns an die Fakten! Heuchelpolitik endet nicht friedlich.


Zum Treffen von Trump und Kim Jong Un in Singapur

 

11. Juni 2018 - Liest man die deutsche und internationale Presse zum Gipfeltreffen in Singapur, entsteht das Gefühl in einem Zug zu sitzen, der in eine ganz bestimmte Richtung fährt. Diese Richtung hat man aber selbst gar nicht ausdrücklich gewählt und es werden auch keinerlei Informationen über die Richtung selbst geboten. Sie wird in den Medien stillschweigend als selbstverständlich vorausgesetzt.  


Da trifft sich der „Machthaber“ oder der "Diktator" Kim mit dem US-Präsidenten. Es geht um die Entscheidung des US-Präsidenten darüber, ob Nordkorea Atomwaffen besitzen darf oder nicht. Diese Ausgangslage wird als legitim vorausgesetzt.  


Sie ist es aber nicht!  


Jedes Land hat das Recht auf Selbstverteidigung. Die USA, die Nordkorea den Besitz von Atomwaffen untersagen wollen, sind selbst im Besitz des größten Atomwaffenpotentials der Erde. Die US-Regierung war die erste und bisher einzige, Atombomben über zwei Städte abwerfen zu lassen, die sofort über 70.000 Zivilisten töteten. Dieses Verbrechen wird bis heute fälschlicherweise als kriegsverkürzend gerechtfertigt. Woher nimmt die US-Regierung die Legitimität, von Nordkorea die Abschaffung von Atomwaffen zu fordern?  


Vor der Haustür von Nordkorea sind in Südkorea Tausende von US-Soldaten stationiert. Wie würde die US-Regierung die Stationierung von tausenden Soldaten aus Nordkorea z.B. auf Kuba oder in Mexiko bewerten?  


Atomwaffen sind grauenhafte Massenvernichtungswaffen, zu denen es nur eine einzige legitime Forderung gibt: Verbot und Vernichtung aller Atomwaffen!  


Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, muss der Besitz von Atomwaffen mit der glaubhaften Verpflichtung verbunden sein, niemals als Erste Atomwaffen einzusetzen. Dies erklärte das sozialistische China unter Mao Tsedong. Eine solche Verpflichtung ist von Nordkorea zu fordern, die das bisher so en passant erklärt haben. Eine solche Verpflichtung ist ebenso von der US-Regierung zu fordern, die das bisher abgelehnt hat.  


Nordkorea fühlt sich von der US-Politik bedroht und Südkorea von Nordkorea. Also kann ein Friedensvertrag regeln, dass Nord- und Südkorea ihre mögliche Wiedervereinigung selbst und friedlich regeln, dass alle ausländischen Truppen aus der Koreanischen Halbinsel abgezogen werden, dass die Sicherheit von Nord- und Südkorea durch mehrere Garantiemächte garantiert wird und dass auf dieser Grundlage die Koreanische Halbinsel atomwaffenfrei wird.


Thomas Quest

quest(at)quest-trends.de

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